Mangelnde Zahnhygiene kann zu Veränderungen der Mundflora beitragen, die nicht nur Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch nach sich ziehen können, sondern auch Vorhofflimmern oder Herzinsuffizienz. Zu diesem Schluss kamen südkoreanische Forscher nach der Auswertung der Daten von 161 286 Personen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren aus einer Kohorte der nationalen Krankenversicherung. Innerhalb von 10 Jahren nach einer Erstuntersuchung waren 3 % der Teilnehmer an Vorhofflimmern und 4,9 % an Herzinsuffizienz erkrankt. Probanden, die sich eigenen Angaben zufolge mindestens dreimal am Tag die Zähne putzten, hatten ein um 10 % niedrigeres Risiko für Vorhofflimmern und ein um 12 % geringeres Risiko für Herzinsuffizienz als Teilnehmer, die ihre Zähne seltener reinigten. Darüber hinaus erkrankten die Versuchspersonen, die regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung gingen, seltener an einer Herzinsuffizienz. Die Forscher vermuten, dass sich durch das häufige Putzen der Zähne weniger Bakterien in den Zahnfleischtaschen befinden bzw. ins Blut gelangen. Zudem werden weniger proinflammatorische Zytokine ausgeschüttet, die an einem Remodeling des Erregungsbildungssystems des Herzens beteiligt sein und Schäden am Myokard verursachen können. Autorin: Sabine Ritter