Fachforum
Naturheilpraxis 03/2022

Sanddornöl – bei trockenen Schleimhäuten der Frau noch relativ unbekannt

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides L., Synonyme: Elaeagnus rhamnoides (L.) A. Nelson und Rhamnoides hippophae Moench.), der zur Familie der Ölweidengewächse (Eleaegnaceae) gehört, enthält viele Substanzen, die vorteilhaft für die Gesundheit sind, insbesondere für die Schleimhäute, wie Forschungsarbeiten zeigen. Aufgrund eigener Stickstofffixierung (Symbiose mit einem Strahlenpilz) und guter Resistenz gegenüber Schädlingen braucht der Sanddorn in speziell angelegten Plantagen weder Dünger noch Pestizide (1).

Ein Beitrag von Heike Lück-Knobloch
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Indre Brazauskaite / shutterstock.com

Wegen der sinkenden Konzentration an Sexualhormonen in den Wechseljahren leiden einige Frauen an diversen Symptomen, die individuell sehr unterschiedlich und auch nicht immer gleich stark ausgeprägt sind. Dazu gehören neben Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Herzrasen, Stimmungsschwankungen, Harninkontinenz etc. auch Scheidentrockenheit, trockene Augen und ein trockener Mund. Scheidentrockenheit wirkt sich oft negativ auf das Sexualleben aus, da dadurch der Geschlechtsverkehr für die Frau häufig schmerzhaft ist. Zudem sind trockene Schleimhäute anfälliger für Pilze und Bakterien, weshalb vaginale Infektionen in den Wechseljahren häufiger auftreten. Weil Haut und Schleimhäute in der Scheide, Harnblase und -röhre wegen des Östrogendefizits dünner werden, nimmt die Spannkraft des Gewebes ab. Das kann eine Belastungsinkontinenz, d. h. ungewollten Harnverlust beim Husten, Niesen, Heben oder Sport begünstigen (2–4). Aber auch untergewichtige bzw. magersüchtige Frauen leiden oft unter einem Hormonmangel und somit u. a. unter Scheidentrockenheit.

Durch eine (Anti-)Hormontherapie bei Krebs werden die Östrogenwerte im Blut reduziert, was ebenfalls zu vaginaler Trockenheit führen kann. Zytostatika schädigen die Zellen in den Eierstöcken nachhaltig, wodurch die Östrogensynthese ab- und vaginale Trockenheit zunimmt.

Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck können die Blutgefäße verändern bzw. verengen und sich so nachteilig auf die Durchblutung der vaginalen Schleimhaut und die Befeuchtung der Scheide auswirken. Aber auch Medikamente, wie z. B. die Antibabypille, können mit Scheidentrockenheit einhergehen (5).