Jodmangel ist in Deutschland naturbedingt schon immer ein Problem. Seit den 1980er-Jahren befand sich die Jodversorgung der Bevölkerung auf einem guten Weg, nun ist jedoch ein Negativtrend zu beobachten. Das zeigen die Ergebnisse der zweiten Welle der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die mittlere Jodausscheidung liegt mittlerweile bei 88,8 μg/l Urin, was nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einem milden Jodmangel entspricht. Der WHO-Grenzwert liegt bei 100 μg/l Urin. Mehr als die Hälfte der untersuchten Kinder und Jugendlichen (rund 58 %) liegt mit ihrer Jodausscheidung unterhalb dieses Grenzwertes, vor elf Jahren waren es mit 41,5 Prozent noch deutlich weniger. Seitdem ist die mittlere Jodausscheidung um fast ein Viertel zurückgegangen, damals lag sie noch bei noch bei 117,6 μg/l Urin. Die geschätzte Jodzufuhr ging in diesem Zeitraum von 95 auf 83 μg/Tag zurück und entspricht damit nur rund der Hälfte empfohlenen täglichen Jodzufuhrmenge. Für 13- bis unter 15-Jährige liegt die von der DGE empfohlene Menge bspw. bei 200 μg/Tag. Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, schlagen die Forscher zwei Maßnahmen vor: Der Jodgehalt von jodiertem Speisesalz sollte von 20 auf 25 μg pro Gramm Salz erhöht werden und in die Lebensmittelindustrie sollte Jodsalz statt Salz verwenden. Denn wie eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gezeigt hat, werden 80 bis 90 Prozent der täglichen Salzzufuhr über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen – aber nur 28,5 Prozent dieser Lebensmittel enthalten Jodsalz.