Rudolf Virchow setzte mehrere Meilensteine in der Geschichte der Medizin. Nicht nur revolutionierte er das Verständnis für Zellen, auch führte er die moderne Pathologie ein. Mit seinem progressiven Weltverständnis eckte er als Anthropologe, Politiker und Pro-Europäer oftmals an – ein Novum im 19. Jahrhundert.

Jugend, Ausbildung und erste wissenschaftliche Erfolge

Rudolf Virchow wird am 13. Oktober 1821 als Einzelkind in Schivelbein in der Provinz Pommern geboren. Mit 18 Jahren beginnt Virchow sein Medizinstudium in Berlin, wo er 1843 mit seiner pathologischen Doktorarbeit zunächst zum Dr. med. am Friedrich-Wilhelm-Institut promoviert. Anschließend arbeitet er an der Charité. Zwei Jahre später beschreibt er erstmalig das Krankheitsbild der Leukämie und prägt ihren Namen, wodurch er internationale Aufmerksamkeit erlangt. 1846 legt Rudolf sein Staatsexamen ab; ein Jahr später habilitiert er. Dort begründet er auch die Zeitschrift „Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie sowie klinische Medicin“, die später „Virchows Archiv“ genannt werden wird, eines der ältesten bis heute noch herausgegebenen medizinischen Fachmagazine. Zunächst ist Benno Reinhardt, ein Freund, der Mitherausgeber, später fungiert Virchow als Alleinherausgeber.