Aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses der Netzhaut lässt die Sehkraft ab etwa 40 Jahren nach. Die Mitochondrien in den Netzhautzellen werden immer schwächer und produzieren zunehmend weniger Energie in Form des Moleküls ATP, wodurch die Leistung der Sehsinneszellen abnimmt. Darunter leiden das Farbsehen und die Sensitivität der Photorezeptoren. Eine britische Studie lässt auf eine einfache Therapie hoffen: Die regelmäßige Bestrahlung der Augen mit rotem Licht soll der altersbedingten Ermüdung der Netzhaut entgegenwirken. Tierversuche hatten bereits gezeigt, dass rotes Licht mit einer Wellenlänge von 650 bis 1 000 Nanometern die Mitochondrien und damit die ATP-Produktion anregt. Die britische Studie hat dies nun an einer kleinen Gruppe von 24 augengesunden Männern und Frauen im Alter von 28 bis 72 Jahren getestet. Nach ausführlichen Sehtests zu Studienbeginn sollten die Probanden täglich drei Minuten lang direkt vor jedes Auge eine LED-Taschenlampe halten, die rotes Licht der Wellenlänge 670 Nanometer ausstrahlt. Die Augen konnten sie dabei geschlossen halten. Nach zwei Wochen zeigten erneute Sehtests bei den Teilnehmern über 40 Jahren eine signifikante Verbesserung der Wahrnehmung von Farbkontrasten. Auch die Sehfähigkeit bei Schummerlicht verbesserte sich. Bei den jüngeren Probanden war keine Veränderung festzustellen.