Der Weg zum Erfolg ist keine Gerade. Das beweist auch der Lebensweg von Johann Friedrich Hessing. Als einfacher Bauernsohn geboren, führte ihn sein Weg von der Schreinerlehre über den Orgelbau schließlich zur Orthopädie. Nicht gerade der nächste Weg. Und dennoch ein sehr erfolgreicher: Für seine Leistungen im orthopädischen Bereich wurde er als Ritter von Hessing in den Adelsstand erhoben.

Johann Friedrich Hessing wird am 19. Juni 1838 in Schönbronn bei Rothenburg ob der Tauber (Oberamt Schillingsfürst) geboren. Sein Rufname ist Friedrich, und er hat 12 Geschwister. Sein Vater Johann Georg Hessing ist Landwirt und Hafner, seine Mutter Maria Barbara ist von Beruf Hebamme und als solche u. a. im fürstlichen Haus Hohenlohe und Schillingsfürst tätig. Die familiären Verhältnisse sind sehr bescheiden, was sich auch in Friedrichs Statur widerspiegelt: „Hoch gewachsen ist Friedrich nicht, im Gegenteil. Auch das ärmliche Leben seiner Jugend, als 13. Kind armer Landleute, ist für seine kleine Statur von 1,47 m Körpergröße (Kretinismus) verantwortlich.“ (1). Bis zur 6. Klasse besucht er die Dorfschule in Gastenfelden und erhält 1852 sein Schulabschlusszeugnis. Mit seiner Begabung hätte er es auf die Oberschule geschafft, der Familie fehlt jedoch das Geld dazu. Also geht Friedrich auf die Volksschule und beginnt eine Lehre.