Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum entwickelten am Beispiel von Patienten, die chronisch unter Rückenschmerzen leiden, ein Modell zur Schmerzverarbeitung. Aufgrund des Umgangs der Patienten mit ihrem Schmerz konnten sie vier verschiedene Risikogruppen unterscheiden. Eine Gruppe der Betroffenen deutet Schmerz als Hinweis auf eine schwere Erkrankung und vermeidet aus Angst Situationen, die Schmerzen auslösen könnten. Ihre Passivität begünstigt Muskelschwäche, die sich nicht nur auf die Schmerzen, sondern auch auf die Stimmung negativ auswirkt. Eine zweite Gruppe verhält sich härter gegenüber sich selbst, ignoriert den Schmerz und versucht durchzuhalten. Dadurch verzichten die Betroffenen auf notwendige Pausen und verstärken auf diese Weise den Schmerz. Die dritte Gruppe lenkt sich ab und behält ihre positive Stimmung bei, schont sich jedoch ebenso wenig wie Gruppe zwei, sodass die Schmerzen ebenfalls zunehmen. Patienten der Gruppe vier passen ihr Verhalten und ihre Einstellung dem Schmerz an, sodass sie eine Balance zwischen Be- und Entlastung finden. Sportler bilden hier keine Ausnahme. Auch sie lassen sich einer der vier Gruppen zuordnen. Auf Grundlage dieser Einteilung ist es nach Ansicht der Forscher möglich, Therapieangebote individueller anzupassen. Autorin: Sabine Ritter