Wer eine venöse Thromboembolie (VTE) vor seinem 50. Geburtstag erleidet, hat vor allem dann ein hohes Rezidivrisiko, wenn die VTE unklarer Genese war und/oder eine einschlägige familiäre Vorbelastung existiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Multicenterstudie aus Frankreich, an der 875 Patienten teilgenommen haben, die vor ihrem 50. Geburtstag eine erste VTE durchgemacht hatten. Bei allen Teilnehmern wurde die Antikoagulation nach drei bis sechs Monaten beendet. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Durchschnitt sieben Jahre. In dieser Zeit kam es zwar bei mehr Männern als Frauen zu einer erneuten VTE – der Unterschied zwischen den Geschlechtern ging jedoch verloren, wenn die Umstände der ersten VTE in Betracht gezogen wurden und war nicht mehr signifikant. Denn bei den meisten Männern war die erste VTE unklarer Genese (80,6 %), bei den meisten Frauen war sie hingegen hormonell bedingt (79,1 %) und z. B. auf Kontrazeptiva oder Schwangerschaft zurückzuführen. Lediglich zwei Faktoren stellten sich als unabhängige Prädiktoren für ein Rezidiv heraus: Eine unklare Genese der ersten VTE erhöhte das Rezidivrisiko um das 2,5-Fache und eine VTE bei einem Verwandten ersten Grades um das 1,5-Fache.

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/2li