Interview
Naturheilpraxis 10/2019

Richtige Rechnungsstellung für Heilpraktiker

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Rechnungsstellung ist sehr wichtig. Schließlich entscheidet eine vernünftige Rechnungsstellung über die Wirtschaftlichkeit der Praxis. Das Interview liefert dazu einen wichtigen Beitrag.

Ein Gespräch mit Stefan Mair und Dieter Grabow
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Stefan Mair und Dieter Grabow sind seit vielen Jahren zertifizierte Gutachter der deutschen Heilpraktikerverbände. Ebenso lange geben sie ihr Wissen zur richtigen Rechnungsstellung in Seminaren und Vorträgen weiter. Kürzlich erschien ihr Buch „Der richtige Umgang mit dem GebüH“ im ML-Verlag.

Welche Bedeutung hat die Diagnose für die Rechnungsstellung? Was sollte man bezüglich der Diagnose beachten?

Stefan Mair: Die Diagnose ist der Dreh- und Angelpunkt einer jeden Rechnung. Diesen Satz haben Dieter Grabow und ich bereits in den neunziger Jahren als Überschrift für eine Artikelserie verwendet. An dieser Grundhaltung hat sich bis heute nichts geändert. Woran soll ein Leistungsträger erkennen, ob die Behandlung und die Behandlungsintervalle für den Patienten notwendig waren? Er kann es nur erkennen, wenn er die Diagnose in Relation zu der stattgefundenen Behandlung überprüft. Das heißt, die Gebührenziffern müssen zur Diagnose passen bzw. die Diagnose zu den Gebührenziffern. Zum Beispiel kann bei Bluthochdruck eine Blockade im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule mit verursachend sein. Wenn diese in der Praxis manuell behoben wird, sollte sich dies auf der Rechnung auch in einer „manuellen Diagnose“ zeigen.

Die Diagnose sollte generell spezifiziert und differenziert sein. Zum Beispiel ist die Diagnose HWS-Syndrom sehr unspezifisch. Bestimmt macht kein Leistungsträger in der Erstattung Probleme, wenn man nur ein oder maximal zwei Behandlungen am Patienten durchführt. Bei mehr als zwei bis drei Behandlungen sollte die Diagnose schon differenzierter vorhanden sein. Zum Beispiel „muskuläre Blockade HWS 5/6“ oder „vertebragen bedingter Kopfschmerz“. Auch sollte man daran denken, bei der Diagnose die verursachenden Bedingungen mitaufzunehmen. Zum Beispiel: Der Meteorismus stellt primär ein Symptom dar; die Ursachen, zum Beispiel Pankreasfermentschwäche oder Gallenwegsdyskinesien, sollten in der Diagnose ebenfalls Niederschlag finden.

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Naturheilpraxis 10/2019

Erschienen am 01. Oktober 2019