So wie die Natur bestimmten Rhythmen folgt, ist auch unser Leben von Rhythmen geprägt. Gerät der Rhythmus aus dem Takt oder geht er gar verloren, wirkt sich das negativ auf unseren Körper und unsere Gesundheit aus. Im zweiten Teil unserer Beitragsreihe widmen wir uns dem Rhythmus, den wir am häufigsten durchleben: dem Tagesrhythmus.

Betrachten Sie bitte einmal den rhythmischen Lauf Ihres Lebens. Welcher Rhythmus ordnet Ihr Leben primär? Vermutlich kommt Ihnen gleich der Tagesrhythmus in den Sinn, der eigentlich ein Teilrhythmus der Lebensrhythmik ist. Ein Tageszyklus ist deutlich kürzer als ein Wochen- oder Jahreszyklus und damit relativ kurzwellig. Entsprechend zeigt ihn die Uhr der Zeitqualität als kleinsten Lebenskreis (s. Abb. 1, gelber Kreis).

​Abb. 1: Die Uhr der Zeitqualität zeigt den Tageskreis (gelb) als kurzwelligen Lebenskreis. ​Christoph Proeller
​Abb. 1: Die Uhr der Zeitqualität zeigt den Tageskreis (gelb) als kurzwelligen Lebenskreis. ​

Je kurzwelliger ein Lebenskreis, desto umfassender stehen in ihm körperlich-materielle und gesundheitliche Aspekte im Vordergrund: Vor der Neuzeit, etwa bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, war unser Überleben strikt vom Gang mit dem von der Natur gezeigten Tagesrhythmus abhängig. Unser „täglich Brot“ war, unmittelbar erfahrbar, von der natürlichen Gunst der Tageszeit abhängig.