In den Industrienationen leiden viele Menschen an chronischen Erkrankungen – Tendenz steigend. Besonders betroffen sind das Binde- und Stützgewebe, die schmerzhafte Beschwerden bereiten und gern mit dem Oberbegriff „Rheuma“ umschrieben werden. Diese Bezeichnung charakterisiert für Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises typische Erscheinungen, nämlich das Fließen, Reißen und Ziehen der Schmerzen. Der Begriff „Rheuma“ leitet sich von dem altgriechischen Wort für „fließen“ ab und beschreibt, dass die Schmerzen unterschiedliche Gewebe betreffen und zu wechselnden Zeiten auftreten können, also im Körper „umherziehen“.

Die rheumatischen Erkrankungen können praktisch in allen Körpergeweben auftreten und aufgrund der vielen Namen und Ursachen (ca. 300 Krankheitsbezeichnungen), die aufgeführt werden, entsteht auch gleichfalls der Verdacht, dass man eigentlich nicht so richtig weiß, was wirklich unter „Rheuma“ subsummiert wird. Noch unbefriedigender ist jedoch die Tatsache, dass die Ursachen unklar sind und das therapeutische Vorgehen uneinheitlich und keineswegs immer erfolgreich.

Rheumatische Erkrankungen stellen die Spitze aller Ausfallsleiden der Menschen dar. Dennoch bereitet diese Erkrankung nicht das Grauen, das die Diagnose Krebs verursacht. Die Krankheit entsteht schleichend und man stirbt nicht unmittelbar daran. Dennoch führt sie bei zwei Dritteln der Erkrankten zu Verkrüppelungen und starken Funktionseinbußen. Wenn man die Zahlen der Menschen betrachtet, welche durch eine Erkrankung berufsunfähig werden, stehen die Rheumatiker an erster Stelle. Sie verursachen dadurch, abgesehen von ihrem persönlichen körperlichen und seelischen Schicksal, volkswirtschaftlich einen großen Schaden.