Die aktuelle Coronakrise lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Frage, welchen Beitrag die Naturheilkunde in der Prävention und Behandlung von Atemwegsinfekten, insbesondere des bronchopulmonalen Bereichs, leisten kann. Für diesen Problemkreis spielen sogenannte unspezifische Allgemeinmaßnahmen eine besonders wichtige Rolle. 

Die Herausforderungen, die prinzipiell mit den COVID-19-Infektionen verbunden sind, wecken meine Erinnerung an einen Satz, der Louis Pasteur zugeschrieben wird: „Le microbe n‘est rien, le terrain est tout!“ – „Der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles!“ Dieser Gedanke ist zielführend, insbesondere bei einem Virusinfekt, der klinisch nicht medikamentös kurativ behandelt werden kann.

Immer noch bewegen wir uns in einem Meer unzureichender Kenntnisse, was die COVID-19-Pandemie betrifft. Bei einem Vergleich beatmungspflichtiger Patientinnen und Patienten lag der Altersdurchschnitt der Erkrankten bei 66,3 Jahren. Das Risiko zu erkranken betrifft damit einen Großteil unserer Patienten. Das Geschlecht spielt beim Erkrankungsrisiko eine Rolle – Frauen sind immunkompetenter und erkranken seltener schwer an COVID-19 als Männer. Auch die Blutgruppe, die genetische Abstammung (möglicherweise liegt ein erhöhtes Risiko bei afrikanischen Wurzeln vor), Übergewicht, Feinstaubbelastung und weitere Faktoren scheinen Erkrankungsrisiko und -verlauf zu beeinflussen. Die Frage der Impfungen gestaltet sich zunehmend komplexer und schwieriger, da bei vielen Patienten der Antikörpertiter rasch abklingt oder kein Titer nachweisbar ist. COVID-19 wird uns vielleicht noch viele Jahre begleiten.