„Die Mitte muss vor allen anderen Symptomen wieder ins harmonische Gleichgewicht gebracht werden, denn die Mitte ist die Wurzel aller Gesundheit“, sagt die traditionelle chinesische Medizin über den Magen-Darm-Trakt. Im westlichen Praxisalltag ist vor allem der Magen buchstäblich hoch im Kurs: Von 3,66 Milliarden Tagesportionen Säurepumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitoren PPI) berichtet der Arzneiverordnungsreport bereits 2015. Wann sind PPI hilfreich und notwendig? Wann können sie sogar schaden? Und was können westliche wie östliche Erfahrungs- und Naturheilkunde und auch Betroffene selbst beitragen zu einer „harmonischen Mitte“? 

Erst Anamnese, dann Therapie

80 Prozent einer Therapie ergeben sich aus der Anamnese – ein zeitlos hochaktuelles Statement der Inneren Medizin. Für Magenbeschwerden bedeutet das: detailliert be- und nachfragen und erst nach klarer Symptomlage therapieren. Ein schmerzhaftes Brennen hinter dem Brustbein ohne Hinweis auf Herzsymptome, oder aber Heiserkeit ohne Erkältung weisen auf Magensäurerückfluss in die vor Säure ungeschützte Speiseröhre hin. Wiederholter bzw. latenter Reflux birgt die Gefahr maligner ösophagealer Zellproliferation. Hier schafft eine Gastroskopie schnell, einfach und sicher Klarheit.