Fachforum
Naturheilpraxis 03/2021

Reform der technischen Assistenzberufe

Chronologie einer erfolgreichen Gefahrenabwehr

Dieser Beitrag erzählt vom Versuch verschiedener Lobbygruppen, im Rahmen der Reform der technischen Assistenzberufe den Berufsstand des Heilpraktikers in seinen Möglichkeiten einzuschränken. Und er erzählt von einer erfolgreichen Abwehr, die auf die gemeinsamen Bemühungen der Berufsverbände zurückgeht.

Ein Beitrag von Elvira Bierbach
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Die Intention der Reform des MTA-Gesetzes war, die „Ausbildungen der Berufe in der medizinischen Technologie zeitgemäß attraktiv auszurichten und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln“. So sollte beispielsweise eine Ausbildungsvergütung für die medizinisch-technischen Assistenzberufe eingeführt werden. Die Berufsbezeichnung sollte aufgewertet werden und künftig „Medizinische Technologen“ lauten. Außerdem sollte das Notfallsanitätergesetz angepasst werden, um für Notfallsanitäter in besonderen Einsatzsituationen mehr Rechtssicherheit zu schaffen.

Was hat die Reform des MTA-Gesetzes mit den Heilpraktikern zu tun? Im seit 1994 gültigen MTA-Gesetz war ausdrücklich geregelt, dass auch Heilpraktiker Labortätigkeiten durchführen dürfen. Im ursprünglichen Referentenentwurf des MTA-Reformgesetzes war dies beibehalten und an keiner Stelle die Fachkompetenz und Freiheit des Heilpraktikerberufs beschnitten worden. Aufgrund der massiven Intervention des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte e.V. (BDL e.V.), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V., des Deutschen Hausärzteverbandes und anderer Interessengruppen wurde der Tätigkeitsvorbehalt des Heilpraktikers aus dem Gesetzentwurf gestrichen. Begründung: „Theoretische Qualifikation und praktisches Wissen der Heilpraktiker reichen nicht aus, um Leistungen im medizinischen Labor anzuordnen und mit den Arbeitsergebnissen umzugehen.“ Durch diese Streichung entstanden nun im aktuellen Entwurf zum MTA-Reformgesetz gefährliche Interpretationsspielräume. Diese hätten für den Berufsstand des Heilpraktikers eine erhebliche Rechtsunsicherheit bedeutet. Auch eine Aushöhlung der beruflichen Kompetenzen und diagnostischen Möglichkeiten „durch die Hintertür“ war zu befürchten, in der Folge eine Gefährdung der Patientensicherheit. Die Verabschiedung dieses Gesetzentwurfs hätte außerdem das Aus bedeutet für durch Heilpraktiker geführte Laborgemeinschaften.

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Naturheilpraxis 03/2021

Erschienen am 02. März 2021