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Naturheilpraxis 11/2021

Quercetin – das Multitalent unter den sekundären Pflanzenstoffen

Im Zusammenhang mit dem Thema sekundäre Pflanzenstoffe werden häufig Anthocyane, Glucosinolate oder Curcumin genannt. Dieser Beitrag beleuchtet eine bedeutende Substanz dieser Stoffgruppe, die auf den ersten Blick eher unspektakulär erscheint: das Quercetin.

Ein Beitrag von Dr. Anja Bettina Irmler
Lesezeit: ca. 7 Minuten
Zerbor / shutterstock.com

Quercetin kommt in zahlreichen Lebensmitteln in größeren Mengen vor. So enthalten unter anderem Beerenfrüchte, Zwiebeln, Äpfel und Brokkoli diesen zu der Gruppe der Flavonole gehörenden Naturfarbstoff. Dem Weißwein verleiht Quercetin seinen gelblich-goldenen Schimmer. Bei Äpfeln und Birnen sowie in Tomaten und Paprika wird er insbesondere in der Schale eingelagert. Kohlarten und grüner Tee enthalten ebenfalls nennenswerte Mengen. In pflanzlichen Lebensmitteln ist das Quercetin an eine oder mehrere Zuckermoleküle (Glykoside) gebunden. Je nach Komplexität dieses Zuckerrests ist das Quercetin besser oder schlechter bioverfügbar. Im Schnitt nehmen wir von diesen Quercetin-Glykosiden zwischen 5 und 40 mg am Tag auf. Diese Menge kann sich bei Vegetariern verfünf- oder versechsfachen.

Dem Quercetin wird ein hoher gesundheitlicher Nutzen zugeschrieben. Unter anderem wirkt es antioxidativ, antientzündlich, antikanzerogen, antithrombotisch, immunmodulierend und blutdrucksenkend. Es bietet folglich ein vielseitiges therapeutisches Potenzial zur Prävention und adjuvanten Therapie von Krebs, Herz-Kreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen.

Helfer für unser Immunsystem

Quercetin findet sich derzeit verstärkt im Fokus der Immunforschung. Dies beruht nicht nur auf seiner hohen antioxidativen Aktivität, Quercetin ist auch ein wirksames antivirales Mittel, weil es die Vermehrung unterschiedlicher Atemwegsviren hemmt. Dazu gehören das Influenza-, Parainfluenza- und Adenovirus, das respiratorische Syncytialvirus sowie das Schnupfen- bzw. Rhinovirus. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass Quercetin die durch Schnupfenviren ausgelöste Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe, Schädigung des Lungengewebes sowie die Viruslast reduziert. An Mäusen konnte nachgewiesen werden, dass eine Quercetin-Supplementierung die Anfälligkeit für Influenza-A-Virusinfektionen und die Schwere der Erkrankung verringert. Bei Sportlern reduziert Quercetin die Symptome von Infektionen der oberen Atemwege nach stressigem Training.

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Naturheilpraxis 11/2021

Erschienen am 02. November 2021