Schwerpunkt
Naturheilpraxis 11/2018

Purgieren und Umstimmen

Moderne Verfahren der Darmreinigung

"Qui bene purgat, bene curat – Wer gut reinigt, heilt gut", wussten schon die alten Ärzte. Rizinusöl ist wohl das bekannteste natürliche Abführmittel. Inzwischen gibt es allerdings auch einige schonende Alternativen, die gute Ergebnisse erzielen und die Darmwände weniger belasten.

Ein Beitrag von Margret Rupprecht
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Das Purgieren nach unten und oben bezeichnet das Abführen und Erbrechen und galt über Jahrhunderte als Grundheilmethode. Dahinter steht die Vorstellung, dass krank machende Stoffe aus dem Körper ausgeleitet werden müssen. Doch auch die Beobachtung zählt dazu, dass eine kräftige Darmausleerung mittels Klistier in kritischen Phasen akuter Erkrankungen oftmals den entscheidenden Umschlag zum Besseren bringt.
Gängige Entgiftungstherapien arbeiten heute primär über Lymphe, Leber und Nieren. Die Entgiftung des Körpers über den Darm ist ein wenig aus der Mode gekommen, womit man sich aber auch viele Möglichkeiten nimmt, den Stoffwechsel umzustimmen und zu verbessern. Eine umfassende Entgiftungstherapie öffnet im Idealfall alle Kanäle. Sie arbeitet also nicht nur über Lymphe, Leber und Nieren, sondern auch über die Haut – und vor allem über den Darm. In den Lehrbüchern der indischen Sanskrit-Medizin heißt es: „Wenn Purgantien von Zeit zu Zeit in geeigneter Form genommen werden, so machen sie den Verstand und die Sinnesorgane hell, sie erhöhen die Kraft der Organe und des Körpers. Sie heben auch den Appetit, erhalten die Körpersäfte in einem gesunden Zustand und verzögern das Auftreten von Alterserscheinungen.“ Psychotherapie und Anti-Aging können also auch über den Weg der Darmreinigung praktiziert werden! Dabei braucht es schon längst nicht mehr die drastischen Verfahren früherer Zeiten. Für die Ausleitung über den Verdauungstrakt gibt es heute sanftere, aber deshalb nicht weniger wirksame Arzneimittel und Methoden, die Patienten nach ein wenig Anleitung problemlos auch zu Hause anwenden können.

Purgieren in der Praxis

Homöopathie

Eine umfassende Entgiftungstherapie setzt immer im Extrazellulärraum an und beginnt mit einem Lymphmittel. Die Umweltgifte und Stoffwechselendprodukte, die mit seiner Hilfe aus dem Bindegewebe gelöst wurden, müssen in der Leber verarbeitet und für die Ausscheidung über die Nieren oder den Darm aufbereitet werden. Wertvolle Einzelhomöopathika für die Entgiftung über Lymphe und Leber sind Cistus canadensis, Acidum silicicum, Mercurius solubilis, Berberis vulgaris, Chelidonium majus, Silybum marianum, Veronica virginica und Stannum metallicum.
Die Entgiftungsleistung der Nieren lässt sich mit Apocynum cannabinum, Equisetum arvense und Solidago virgaurea verbessern. Doch nicht alle von der Leber als „toxisch“ erkannten Stoffe können über die Nieren ausgeleitet werden.
Was nicht nierengängig ist, schickt die Leber über den Weg der Galle in den Dünndarm. Eine gesunde und kräftige Verdauung ist für die Entgiftung daher genau so wichtig wie eine kräftige Nierenfunktion. Durch Entzündungen, Ulzerationen, Krämpfe und Peristaltikstörungen aller Art wird das Verdauungsgeschehen beeinflusst. Auch Polypen, Atonien, Katarrhe, Verstopfung, Hämorrhoiden und Afterfissuren wirken sich auf die Entgiftungsleistung des Darms aus. Hier setzen homöopathische Mittel wie Chamomilla recutita, Daphne mezereum, Hydrastis canadensis und Marsdenia condurango an.

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Naturheilpraxis 11/2018

Erschienen am 02. November 2018