In medizinische Cannabinoide werden große therapeutische Hoffnungen gesetzt, unter anderem hinsichtlich der Behandlung von psychischen Störungen. In diesem Einsatzbereich verpasst eine internationale Metaanalyse den Hoffnungen jedoch einen Dämpfer. Eine umfassende Erhebung und Bewertung der wissenschaftlichen Datenlage zum Einsatz von Cannabinoiden bei psychischen Störungen und zugehörigen Symptomen kommt zu dem Schluss, dass diese aktuell kaum Hinweise auf eine Wirksamkeit liefert. Es gibt nach Einschätzung der Forscher daher keine valide Basis für Therapieempfehlungen. In die Metaanalyse wurden Studien der letzten 40 Jahre einbezogen, auch unveröffentlichte oder noch laufende. Beachtet wurden Studien mit jeder Art eines medizinischen Cannabinoids. Dazu zählt neben Medizinalcannabis auch die isolierte Gabe der synthetischen Derivate Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Untersucht wurde die Wirkung bei Depressionen, Angststörungen, ADHS, Tourette-Syndrom, posttraumatischen Belastungsstörungen und Psychosen, die entweder als Primärerkrankung oder sekundär infolge anderer Erkrankungen auftraten. Lediglich Angstsymptome, die sekundär infolge von chronischen Schmerzen oder multipler Sklerose auftraten, konnten durch pharmazeutisches THC leicht gebessert werden.