Schwerpunkt
Naturheilpraxis 09/2019

Probleme mit Haut und Haaren

Mehr als nur ein kosmetisches Thema

Brillant glänzende, kräftige Haare sind wirklich schön anzuschauen. Volles Haar und eine straffe, elastische Haut fühlen sich gut an und sind Ausdruck von Vitalität, Gesundheit und Jugend. Kein Wunder also, dass Haarverlust oder tiefe Falten die Betroffenen in Panik verfallen und in unseren Praxen um Hilfe nachsuchen lassen.

Ein Beitrag von Dagmar McQuillan und Thomas M. Thust
Lesezeit: ca. 12 Minuten
Nalada Nagawasuttama / shutterstock.com

Spröde und stumpfe Haare – oder noch schlimmer Haarausfall, der über das normale Maß hinausgeht – können über den kosmetischen Leidensdruck hinaus auch Zeichen von Erkrankungen oder ein Hinweis auf spezifische Nährstoffdefizite sein.

Erkrankungen der Haut sind ein weites Gebiet, das den Umfang eines Übersichtsartikels sprengt. Wir werden uns daher auf die nutritiven Mangelzustände und häufige Krankheitsursachen beschränken, die zu Hautschäden bzw. zu schlechter Qualität von Haut und Haaren führen.

Haarprobleme

Ein Erwachsener hat ungefähr 100 000 Haare auf dem Kopf. Jedes Haar wird in einem Haarfollikel gebildet, der auch Haarbalg genannt wird. Jedes Haar durchläuft einen dreiphasigen Wachstumszyklus. Die drei Phasen werden als Anagen, Katagen und Telogen bezeichnet. Anagen ist die Wachstumsphase des Haares. In dieser wächst das Haar pro Monat etwa einen Zentimeter, für eine Dauer von zwei bis sechs Jahren. In dieser Phase befindet sich die überwiegende Mehrheit aller Kopfhaare (ca. 80 %) in einem definierten Zeitraum. Als Katagen wird die nur wenige Tage andauernde Übergangsphase bezeichnet, in der sich der Follikel zurückbildet und das Haar abstirbt. Circa 1 % der Haare befindet sich in dieser Übergangsphase. Im anschließenden Telogen, auch Ruhephase genannt, verbleibt das Haar noch fünf bis sechs Wochen im Follikel, bevor es ausfällt und ein neues Haar heranwächst. In dieser Ruhephase befinden sich 20 % aller Kopfhaare. Bei verstärktem Haarausfall unterscheiden wir zwischen Effluvium (Haardichteverlust im Anagen) und Alopezie (sichtbarer Haarverlust). Die Ursachen von verstärktem Haarverlust liegen in der Regel etwa zwei bis drei Monate zurück. Eine Vielzahl von Faktoren hat synchronen Einfluss auf die Wachstumsphasen, z. B. Pubertät, Wechseljahre, fieberhafte Infektionskrankheiten, Crashdiäten, starke emotionale Belastungen (Trauer, Kummer, chronischer Disstress). Normale Schwankungen in der Haardichte treten auch im Frühjahr und Herbst auf und können als saisonaler „Fellwechsel“ bezeichnet werden.

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Naturheilpraxis 09/2019

Erschienen am 02. September 2019