Die Osteopathie hat in den letzten Jahren enormen Aufwind in der öffentlichen Wahrnehmung und im kassenmedizinischen Gesundheitssystem erfahren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass an vielen Osteopathieschulen Arbeiten auf wissenschaftlicher Basis durchgeführt werden müssen, um einen Abschluss als D. O., B. Sc. oder M. Sc. zu erlangen. 

Neben dem therapeutischen Einsatz eignet sich die Osteopathie auch zur Prävention. Mit der Ärztin Simone Rösing sprachen wir über Osteopathie im Allgemeinen und die Prävention mithilfe von Osteopathie im Speziellen.

Frau Rösing, was verstehen Sie unter Prävention durch Osteopathie?

Prävention lässt sich in drei Bereiche unterteilen: Der erste ist die primäre Prävention, im Sinne einer Gesundheitsförderung, einer allgemeinen Früherkennung und Minimierung von Risikofaktoren. Die sekundäre Prävention, im Sinne einer frühzeitigen Erkennung bei Verdacht auf eine bestimmte Krankheit, zielt auf die  Vorbeugung und Wiederherstellung der Gesundheit bzw. auf die Heilung. Bei der tertiären Prävention geht es darum, der voranschreitenden Chronifizierung einer Krankheit entgegenzuwirken. Die Osteopathie hat einen Stellenwert in allen drei Bereichen der Prävention. Den Hauptanteil würde ich aber in der sekundären Prävention ansiedeln.