Epilepsiepatienten wurde lange Zeit pauschal davon abgeraten, Sport zu treiben. Dabei sollten sie zu sportlicher Aktivität ermutigt werden, um ihre Lebensqualität zu verbessern und Komorbiditäten zu reduzieren. Das bekräftigt eine systematische Übersichtsarbeit, in die 42 Studien einbezogen wurden. Teilweise konnte sportliche Aktivität sogar die Anzahl wiederkehrender Anfälle reduzieren. Die Vergleichbarkeit der betrachteten Studien in diesem Punkt ist aufgrund unterschiedlicher Interventionsprogramme, Trainingsintensitäten, verschiedener Dauer und Frequenz der Programme eingeschränkt. Sicher ist, dass sich die Anfallsituation durch körperliche Aktivität in der Regel nicht verschlechterte. Dafür bestätigten alle eingeschlossenen Studien einen positiven Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Lebensqualität und auf verschiedene Aspekte der Komorbiditäten der Epilepsiepatienten, wie Angst, Depressionen, kardiovaskuläre Gesundheit und körperliche Fitness. Da es sehr viele Epilepsieformen gibt und sich Anfallsarten, -häufigkeit und -auslöser sehr stark unterscheiden, muss die Risikoabschätzung einzelner Sportarten individuell für jeden Patienten erfolgen.