Wissenschaftler aus Norwegen haben im Rahmen einer Versuchsreihe nur bei Männern eine messbare Veränderung der Gehirnaktivität durch den Placebo-Effekt nachweisen können – nicht bei Frauen. An der Studie haben gesunde Freiwillige im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teilgenommen, an deren Unterarm ein Gerät angebracht wurde, das über Hitzereize Schmerzen verursachte. Über Elektroden wurde die Gehirnaktivität der Teilnehmer erfasst. Zusätzlich bewerteten die Testpersonen die ausgelösten Schmerzen auf einer Skala von eins bis zehn. Die Messreihe wurde einmal ohne und einmal mit einem Placebo durchgeführt. Dieses wurde den Probanden in Form einer Kapsel verabreicht, mit dem Hinweis, diese würde die Schmerzen lindern. Unter dem Einfluss des Placebos empfanden die Teilnehmer weniger Schmerzen, was sich jedoch nur bei Männern auf die Gehirnaktivität auswirkte.
Das bestätigt die Ergebnisse früherer Untersuchungen. Diese hatten zudem gezeigt, dass bei Frauen im Unterschied zu Männern der Nocebo-Effekt nachweisbar ist. Ihr Schmerzempfinden nahm unter dem Einfluss eines Placebos zu. Während der Placebo-Effekt die nachweisbare positive Wirkung eines wirkstofffreien Präparats beschreibt, erfolgt beim Nocebo-Effekt eine negative Reaktion darauf. Autorin: Sabine Ritter