In der im Januar 2020 veröffentlichten Version der S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen“ werden nach wie vor Phytotherapeutika zur Behandlung von Hitzewallungen empfohlen. Die Autoren sind sich überwiegend einig, dass Isoflavone und Cimicifuga-Präparate bei vasomotorischen Symptomen angewendet werden können und mit geringen Risiken verbunden sind. Für einen therapeutischen Effekt sollten der Leitlinie zufolge 30–80 mg Isoflavone oder 30–60 mg Genistein täglich verabreicht werden. Namentlich werden Rotklee (Trifolium pratense) und Rhapontikrhabarber (Rheum rhapontium) erwähnt. Bei Frauen mit hormonabhängigen Tumoren sind Phytoestrogene allerdings kontraindiziert. Als Alternative wird die Traubensilberkerze aufgeführt, für die eine estrogenartige Wirkung aufgrund der derzeitigen Datenlage ausgeschlossen wird. Allerdings sollten Präparate mit gesicherter Qualität zum Einsatz kommen. Weiterhin werden 300 mg Johanniskraut pro Tag und der Akupunktur ein möglicher Nutzen zugeschrieben. An der Erstellung der neuen Leitlinie war neben den deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe unter anderem die Gesellschaft für Phytotherapie beteiligt. Autorin: Sabine Ritter