Porträt
Naturheilpraxis 07/2021

Phytotherapie – eine Lebensaufgabe

Die Phytotherapie ist eine der großen Säulen der Naturheilkunde. Und insbesondere Heilpflanzengärten bieten die Möglichkeit, Heilkräuter mit allen Sinnen zu erfahren. Für Peter Germann ist es eine Herzensangelegenheit, Heilpflanzen zu studieren, sein Wissen darüber weiterzugeben und sie sinnlich erfahrbar zu machen.

Ein Gespräch mit Peter Germann
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Peter Germann

Der Heilpraktiker und Gründer der PhytAro-Heilpflanzenschule Peter Germann kann sich über mangelnde Anerkennung seiner Arbeit nicht beklagen. Hier ein kurzes, knappes Schlaglicht auf seine Tätigkeiten: Dokumentarfilm über Hildegard von Bingen in Japan; Film im Heilpflanzengarten für die UNESCO in Zusammenarbeit mit Dr. Uwe Peters (Anerkennung der europäischen Naturheilkunde als nicht-materielles Welterbe); Unterricht u. a. an der Apotheker-Kammer Münster, den KEM – Evang. Kliniken Essen-Mitte und der PhytAro-Heilpflanzenschule; Vergabe der Hieronymus-Bock-Medaille, ANME-Förderpreis für Heilpflanzengarten; Vorstand im BDH; Fachbeirat der Naturheilpraxis; Autor zahlreicher Fachbeiträge und von vier Büchern; ethnobotanische Reisen; gut frequentierte Praxis usw. Über seine Arbeit, die Phytotherapie und seine Heilpflanzenschule haben wir gesprochen.

Herr Germann, im November 2020 erschien in der Naturheilpraxis ein Interview mit Ihrem guten Freund Wolf-Dieter Storl unter dem Titel „Grenzgänger und Vermittler zwischen den Welten“. Der Titel hätte doch zu Ihnen auch gut gepasst, oder?

Ich glaube, dass dieser Titel zu jedem passt, der ein kreatives, offenes Leben führt. Eine Grenze ist eine erdachte Linie – eine Einzäunung, die letztendlich eine Zugehörigkeit und vermeintliche Sicherheit vermitteln soll. Dies gilt sowohl für den materiellen Besitz, als auch für das Weltbild oder „Gedankenkonzept“. Allein schon das Befassen mit der Naturheilkunde geht über die geltende Medizinauffassung hinaus. Für mich war es immer wichtig, über den Gartenzaun zu schauen. Als ich vor 35 Jahren den Beruf des Heilpraktikers ergriff, stand für mich von vornherein fest, dass ich nicht nur Praxisarbeit machen wollte. Mich interessierten Phytotherapie, alte Heilverfahren, die Medizin der Hildegard von Bingen; ich wollte forschen, schreiben, reisen und etwas für den Berufsstand tun. Ohne meine Frau Gudrun, die mich immer in all meinen Aktivitäten positiv unterstützte, als Krankenschwester mit in die Praxis einstieg und für den Aufbau und die Leitung von PhytAro sorgte und immer noch sorgt, hätte ich das alles nicht tun können. Heute kommen noch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, die mir alle meine sanguinischen „Ausbrüche“ ermöglichen – und sie ertragen. An alle geht meine tiefe Dankbarkeit! Trotz ständig neuer eigener Aktivität weiß ich sehr wohl, wie privilegiert ich bin.

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Naturheilpraxis 07/2021

Erschienen am 01. Juli 2021