Kresse und Meerrettich gegen Angina, Melisse gegen Herpes, Kapland-Pelargonie gegen Erkältung. Die Liste der Phytotherapeutika, die für sich beanspruchen, gegen Bakterien, Viren und Pilze zu wirken, ist lang. Seit der Erfindung des Penicillins sind moderne Antibiotika aus dem Arzneischatz nicht mehr wegzudenken. Alarmierend sind jedoch Meldungen über Resistenzen. Deshalb wird weltweit akribisch nach pflanzlichen Alternativen gesucht.

Pflanzen, die auf das Immunsystem und/oder das Bakterienwachstum wirken, sind nicht immer risikofrei. So können Pelargoniumextrakte zusammen mit bestimmten Medikamenten Gerinnungsstörungen auslösen oder Sonnenhutextrakte zu schweren Allergien führen (1). Als Phytoantibiotika haben sich auch Extrakte aus Grapefruitkernen (GKE) qualifiziert. Sie wirken nicht nur antioxidativ, antiallergisch und immunstimulierend, sondern auch antiseptisch, antibakteriell, virustatisch und fungistatisch (2, 3, 4, 5). Welche Inhaltsstoffe für die Wirkungen verantwortlich sind, ist nicht eindeutig erwiesen. GKE ist ein Polywirkstoffgemisch mit zahlreichen Flavonoidderivaten: