Stauungstendenzen können sehr unterschiedlich und vielfältig sein. Gewöhnlich denkt man dabei zuerst an Herz-Kreislauf und die Lungen. Krampfadern oder Lymphödeme nach Operationen sind Beispiele für sichtbare Stauungen. Daneben gibt es aber auch Stauungen, die nicht so leicht erkennbar sind, so zum Beispiel der Pfortaderstau.

In alten Heilpflanzenbüchern kann man häufig den Begriff Leberverstopfung lesen. Gemeint ist damit nicht nur die Leber an sich, sondern der gesamte Funktionsbereich Verdauung, mit all seiner Kinetik und all seinen Säften.

Stauungen und Stockungen, die sich primär im Bauchraum abspielen, können in der Symptomatik und in der Ernsthaftigkeit sehr unterschiedlich sein. So ist zum Beispiel das pathologische Geschehen bei einem Gallenwegsverschluss oder einem unauflösbaren Ileus etwas ganz anderes als eine vorübergehende Stockung, die durch Aufregung und Ärger entstanden ist. Bei Ersteren ist das Leben ernsthaft bedroht, bei Letzterem haben wir es hingegen nur mit einer kurzzeitigen Galle- oder Magenverstimmung zu tun.
Viele Patienten, die zu uns in die Praxis kommen, haben nur einen temporären Pfortaderstau bzw. Stauungstendenzen. Die Symptomatik ist vielfältig und je nach Konstitution der Patienten unterschiedlich im Erscheinungsbild. Am häufigsten klagen die Patienten über allgemeines Unwohlsein, diffuse Bauchbeschwerden und nicht selten auch über Hämorrhoiden. Aber auch Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Energie- und Kraftlosigkeit können vorkommen.