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Naturheilpraxis 06/2022

Pflanzen der Venus

Es ist wahrlich nicht einfach, die Pflanzen der Venus zu benennen, denn kaum einer anderen Gottheit wurden mehr der grünen Gewächse zugeschrieben als ihr. In erster Linie sind es Blumen, alle süß duftenden Gewächse sowie alles Filigrane und Feine. Wir werfen einen Blick auf Birke, Rose und Frauenschuh.

Ein Beitrag von Anita Kraut
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Paolo Gallo / shutterstock.com

Gerne wird die Venus zusammen mit anderen Göttinnen der Fruchtbarkeit, der Acker- und Gartenarbeit, der Göttin Ceres, genannt, was fast eine Beleidigung für sie ist. Venus gräbt nicht den Garten um, zieht nicht mit Ochsen den Pflug durch die Erde – nein, sie genießt: die Schönheit der Blumen, den Duft reifer Früchte und das Grün der Pflanzen. Harter Arbeit geht sie aus dem Weg.

Bevor wir die Pflanzen der Venus näher beleuchten, sollten wir mehr über dieses Wesen Venus erfahren. Venus ist die Göttin der Schönheit, der Erotik, der Verführung, der Liebe, der Zärtlichkeit und Sinneslust. Sie liebt die Malerei, die Musik und lässt sich tragen von allem Schönen. Geboren wurde sie aus dem Wasser, dem gefühlvollen, weiblichen Element, in einer Muschel von Fischen an Land getragen. Man spekuliert darüber, ob dies vielleicht in Zypern war – zumindest die Touristenzentren dort betonen dies deutlich immer wieder. Botticellis „Geburt der Venus“ in den Uffizien von Florenz stellen dies eindrucksvoll dar. Botticelli zeichnete seine Venus mit langen, wallenden Haaren, mit denen sie auch etwas scheu ihre Scham bedeckt. Es gibt natürlich weitere Versionen von ihrer Geburt, doch diese ist für mich die schönste. Venus vermählte sich im Götterhimmel mit dem Haudegen Mars, dem Kriegsgott. Sicherlich war ihre Beziehung leidenschaftlich und erotisch, doch Mars war oft auf kriegerischen Feldzügen, und so strolchte die Göttin der Schönheit und der erotischen Verführung alleine durch den Götterhimmel. Alle männlichen Wesen daselbst konnten ihre Augen nicht abwenden und so lag es auf der Hand, dass Venus auch handfeste Affären hatte. Wie im wirklichen Leben, so gab es auch im Götterhimmel Klatschbasen, und so erfuhr Mars von den Liebeleien seiner Angetrauten. Als Kriegsgott hielt er sich wenig mit diplomatischem Gerede auf, sondern verwandelte sich in einen Eber und tötete seine Kontrahenten.

Stark venusbetonte Frauen sind immer gut gekleidet und lieben Schmuck. Die Gärten der Venus-Frauen sind wahre Bienenparadiese: duftende Blüten überall, ein Fest für Augen und Nase. Wie von selbst wächst aus jeder Ritze ein Blümchen, so als hätte Venus sie selbst gesät. Elfenfiguren stecken zwischen den Blumen und lustige, geschnitzte Naturgeister sitzen zwischen den Steinen.

So ist nicht schwer zu erraten, welche Pflanzen der Venus zugeschrieben werden: Es sind die Blumen, alle süß duftenden Gewächse, alles Filigrane und Feine.

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Naturheilpraxis 06/2022

Erschienen am 01. Juni 2022