Schwerpunkt
Naturheilpraxis 05/2018

Pathophysiognomik

Von der Gesichtsdiagnose zur Therapie

Grundlage der Gesichtsdiagnose ist die Pathophysiognomik nach Natale Ferronato, die Lehre der organ- und funktionsspezifischen Krankheitszeichen im Gesicht. Das Erkennen von Schwellungen, Dellen, Farb- und Strukturveränderungen im Gesicht ermöglicht eine Verdachtsdiagnose. Zur Sicherung der Diagnose sollten die jeweils geeigneten Untersuchungsmethoden herangezogen werden, z. B. Labor, bildgebende Verfahren, klinische Untersuchung.

Ein Beitrag von Michael Münch
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Die Pathophysiognomik macht organische Belastungen und Funktionsschwächen deutlich und gibt Hinweise, welches Organ Unterstützung braucht. Diese Schwächezeichen bestehen, lange bevor sich ein Symptom meldet, und ändern sich mit der Verfassung des entsprechenden Organs. Letzteres macht für den geübten Beobachter auch eine Verlaufskontrolle seiner Therapie möglich.
Natale Ferronato hat in 60-jähriger Forschungsarbeit exakte Ausdruckszonen im Gesicht für Organe und Körperfunktionen herausgearbeitet. Der Naturarzt aus Ennetbaden in der Schweiz hat in langjährigen autodidaktischen Studien die Pathophysiognomik so entwickelt, wie wir sie heute kennen. In den letzten Jahren hat sich aus zahlreichen praktischen Anwendungen gezeigt, dass das Gesicht auch ein Somatotop darstellt, wie wir es von anderen Reflexzonensystemen, z. B. am Ohr oder Fuß, bereits kennen und therapeutisch nutzen. Die Therapie an den Gesichtsarealen kann die entsprechenden Organe beeinflussen.

Grundlagen

Zwölf Hirnnerven steuern die Funktionen der Organe und bringen die Informationen, welche im Mittelhirn verschaltet werden, auf die Gesichtshaut. Dabei projiziert der N. trigeminus Organinformationen in Areale auf die Gesichtshaut – und vermutlich erreicht umgekehrt der therapeutische Impuls das Erfolgsorgan über den gleichen Weg, nur in anderer Richtung.
Bevor man sich mit Krankheitszeichen im Gesicht auseinandersetzt, ist es unverzichtbar, sich die Frage zu stellen: Wie sieht ein gesundes Gesicht aus?
Die Kriterien einer gesunden Gesichtshaut sind: Ebenmäßigkeit in der Färbung, der Gewebefüllung (Turgor), der Spannung (Gewebetonus), der Struktur (Oberfläche der Haut) und der Strahlkraft. In der Werbung werden gerne rotbäckige Kinder als gesund angepriesen – in der Pathophysiognomik kann das hingegen auf eine Herzbelastung oder Aminosäurestoffwechselstörung hinweisen. Die Spannung der Haut wirkt natürlich auch durch die knöcherne Struktur an der Nase oder Kinn stärker, aber das ist hier nicht gemeint. Der Gewebetonus bezieht sich auf die Gewebespannung in den Weichteilen des Gesichts.
Die Oberfläche sollte gleichmäßig grob oder fein beschaffen sein, vergleichbar mit Baumwolle, Seide oder Leinen, und das Gesicht sollte nicht an manchen Stellen matt oder energiearm sein. Typische strukturelle Veränderungen sind Schwellungen oder Ödeme, die auf einen Stau hinweisen, sowie Einziehungen, die auf einen Mangel deuten.

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Naturheilpraxis 05/2018

Erschienen am 02. Mai 2018