Fachforum
Naturheilpraxis 04/2020

Parodontitis – eine Betrachtung aus ganzheitlicher Sicht

Die Parodontitis ist eine der weltweit häufigsten entzündlichen Erkrankungen und hängt von vielen Faktoren ab. Neben der zahnärztlichen Versorgung kann auch die Alternativmedizin wichtige kurative Ansätze beitragen. Insbesondere die Betrachtung und die Pflege des Mikrobioms sind von großer Bedeutung.

Ein Beitrag von Claudia Grünhofer und Carl-Philipp Cauer
Lesezeit: ca. 7 Minuten
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„Gesund beginnt im Mund“ sagt aus, dass der orale Raum einen Schlüsselbereich für unsere Gesundheit darstellt. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Ursachen und Faktoren, die zu einer Entzündung in der Mundhöhle respektive des Zahnhalteapparates, der Parodontitis (PAR), führen können. Eine wichtige Rolle spielen vor allem die unzureichende Pflege bzw. die Pflegbarkeit der Zähne, denn durch eine mangelhafte Mundhygiene vermehren sich Bakterien in Belägen (Plaque) oder im Biofilm. So kann aus einer Gingivitis relativ häufig unbeachtet eine Parodontitis entstehen. Dieser Prozess wird durch die Ernährung entscheidend beeinflusst und hängt außerdem stark von der körpereigenen Immunreaktion ab.

Nikotin ist ein weiterer Faktor. Rauchen führt zu einer verminderten Durchblutung des Parodontalgewebes und verstärkt deshalb erheblich das Risiko, an einer PAR zu erkranken. Studien zufolge sind viele Parodontitispatienten Raucher. Durch die Veränderung der Blutgefäße fehlen häufig typische Warnsignale wie Schwellung, Rötung und Blutung des Zahnfleisches.

Parodontitis und andere Erkrankungen

Zwischen der Parodontitis und vielen anderen Erkrankungen im Körper bestehen Wechselwirkungen. So haben Diabetiker eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Entzündungen des Zahnhalteapparates zu erkranken. Zu hohe Blutzuckerwerte, z. B. auch beim unerkannten Diabetes, begünstigen die Inzidenz. Umgekehrt kann eine Parodontitis die Glukosewerte im Blut des Patienten verschlechtern. Veränderungen im Hormonhaushalt, z. B. durch Schwangerschaft oder Menopause, stellen ebenso krankheitsbegünstigende Cofaktoren dar wie chronische Erkrankungen des Herzens, der Blutgefäße, des Darms und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Einen stressenden Einfluss haben auch Lifestyle-Faktoren. Unregelmäßiger Schlaf, Fehlernährung und Übergewicht sowie Vitamin-/Mikronährstoffmangel beeinflussen die Entstehung von unterschwelligen Entzündungen (Silent Inflammation). Oft erhöht eine Zahnfleischentzündung das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch bzw. Frühgeburten mit Untergewicht von Neugeborenen können darauf zurückzuführen sein.

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Naturheilpraxis 04/2020

Erschienen am 01. April 2020