Amerikanische Forscher konnten in einer Untersuchung mit Nagetieren, die unter parkinsonähnlichen Beschwerden litten, aufzeigen, wieso ein hoher Kaffeekonsum vor Morbus Parkinson schützen kann. Grund ist nicht nur sein Gehalt an Koffein. Dessen Wirkung wird vielmehr unterstützt durch Eicosanoyl-5-Hydroxytryptamid (EHT), eine Fettsäure aus der Wachsschicht der Kaffeebohnen, der neuroprotektive und antiinflammatorische Eigenschaften zugeschrieben werden. Gemeinsam aktivieren die beiden Moleküle mit der Protein-Phosphatase-2A (PP2A) ein Enzym, das die Phosphorylierung von α-Synuclein rückgängig machen kann. Hierbei handelt es sich um ein Protein, das an der Bildung der Lewy-Körper beteiligt ist. Diese lagern sich beim Morbus Parkinson an den Hirnneuronen ab. Je größer die Zahl der Lewy-Körper, desto ausgeprägter die Beschwerden von Parkinson-Patienten.Die Wissenschaftler verabreichten Koffein und Eicosanoyl-5-Hydroxytryptamid (EHT) jeweils separat und in Kombination über einen Zeitraum von sechs Monaten. Kamen die beiden Substanzen allein zum Einsatz, konnte keine Hemmung der Phosphorylierung von α-Synuclein nachgewiesen werden. Nur wenn sie gemeinsam verabreicht wurden, wurden Phosphatgruppen von α-Synuclein abgespalten. Außerdem gingen Ablagerungen an den Hirnneuronen zurück, und die Beschwerden der Tiere ließen nach. Die Forscher halten es für denkbar, dass Kaffee weitere Stoffe enthält, die an der synergistischen Wirkung von Koffein und Eicosanoyl-5-Hydroxytryptamid (EHT) beteiligt sind. Autorin: Sabine Ritter