Parabene wirken in höheren Konzentrationen estrogenartig, weshalb ihr Einsatz als Konservierungsstoffe in Kosmetika seit Jahren umstritten ist. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass Parabene nicht nur über die hormonelle Schiene schädlich sein können. Erhöhte Parabenwerte im Körper von Schwangeren bewirken epigentische Veränderungen beim Fötus: Die Produktion des Prohormons Proopiomelanocortin (POMC) wird reduziert, was die Regulation des natürlichen Sättigungsgefühls langfristig stört. Die Kinder solcher Mütter, insbesondere Mädchen, neigen demnach eher zu Übergewicht. Dieser Zusammenhang fiel Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig im Rahmen der Langzeitstudie LINA auf. Die Teilnehmerinnen einer Mutter-Kind-Kohorte hatten in Fragebögen unter anderem Auskunft über die Kosmetikprodukte gegeben, die sie während der Schwangerschaft benutzt hatten. Hohe Konzentrationen von Parabenen in Urinproben der Mütter gingen mit der Nutzung parabenhaltiger Kosmetika einher. Die Kinder dieser Mütter neigten bis zu einem Alter von acht Jahren deutlich häufiger zu Übergewicht. Schwangere sollten parabenhaltige Produkte daher möglichst meiden.