Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat bei der Auswertung der Daten von 1 795 Teilnehmern der Greifswalder Gesundheitsstudie festgestellt, dass die Zusammensetzung und die Vielfalt an Bakterienstämmen in der individuellen Darmflora durch die Bauchspeicheldrüse mitreguliert werden. Zu diesem Ergebnis kamen sie, indem sie die Zusammensetzung des Stuhlmikrobioms mittels Sequenzierung der bakteriellen Erbinformation bestimmten und eine Kernspintomografie nutzten, um die stimulierte Freisetzung an Pankreassaft zu erfassen. Zudem ermittelten sie den Anteil der Elastase im Stuhl der Probanden. Dabei stellten sie fest, dass die Artenvielfalt im Darm vor allem mit der Konzentration dieses Verdauungsenzyms korrelierte. So fanden sie bei Teilnehmern mit einem niedrigen Gehalt an Elastase im Stuhl vermehrt schädliche Arten wie die Prevotella-Bakterien und weniger gesundheitsfördernde wie die Bacteroides-Arten. Das Volumen des Pankreassafts beeinflusste die Zusammensetzung der Darmflora dagegen weniger. Unklar ist noch, ob die Bauchspeicheldrüse selbst durch die Bildung von Peptid-Antibiotika regulierend wirkt oder ob Veränderungen im Stoffwechsel mitverantwortlich sind. Autorin: Sabine Ritter