Mit einer Fiebertherapie konnte man in der Vergangenheit immer wieder Heilungserfolge bei Krebserkrankungen erzielen. Da Fälle von Spontanheilungen gut dokumentiert sind und bei Sarkomen durch Fiebertherapie 5-Jahres-Überlebensraten von über 80 % erzielt wurden, wird sie unter der Bezeichnung „PAMP-Therapie“ inzwischen wissenschaftlich untersucht. Die Abkürzung PAMP (Pathogen-associated molecular pattern) bezieht sich auf Substanzen, die von pathogenen Keimen produziert werden und das Immunsystem stark anregen. Auch wenn im Tierversuch Heilungserfolge mit diesen Substanzen erzielt werden, ist eine Zulassung der Bakterienextrakte für die Behandlung von Menschen heutzutage unwahrscheinlich.
Fieber ist aber auch eine bekannte Nebenwirkung verschiedener, bereits zugelassener Medikamente, die bakterielle oder virale Bestandteile enthalten. Werden sie den betroffenen Patienten nach einem speziell entwickelten Schema über einen Zeitraum von mindestens fünf Wochen als Infusion verabreicht, kann ebenfalls eine anhaltende Stimulation des Immunsystems hervorgerufen werden. Diese Behandlung kann sogar in einer Hausarztpraxis durchgeführt werden. Zum Abklingen des Fiebers müssen die Patienten im Anschluss an eine Infusion allerdings in der Praxis bleiben. Erste Erfahrungen mit 130 Patienten liegen vor. Schwere Nebenwirkungen traten bisher nicht auf. Ausführliche Informationen unter www.pamp-therapie.de. Autorin: Sabine Ritter