Schmerzen im Bereich des unteren Rückens und des Beckengürtels sind häufig während der Schwangerschaft, vor allem während des letzten Trimesters. Etwa jede zweite schwangere Frau leidet darunter. Untersuchungen zeigen zudem, dass selbst zwölf Monate nach der Schwangerschaft noch bei ca. 67 % der Frauen Rücken- und Beckengürtelschmerzen vorhanden sind.
Schmerzen im unteren Bereich des Rückens sind definiert als lokale Schmerzen unterhalb des Rippenbogens und oberhalb der Glutealfalte. Als Schmerzen im Bereich des Beckengürtels gelten Schmerzen im Bereich der Symphysis pubica und/oder in einem oder beiden iliosakralen Gelenke und Schmerzen in der Glutealregion. Oft unterscheidet die Literatur Rückenschmerzen in der Schwangerschaft nicht von Beckengürtelschmerzen.
Die Ursache für Rückenschmerzen während der Schwangerschaft ist unklar und scheint unspezifisch zu sein, wobei ein Bezug zu Veränderungen in der Körperhaltung diskutiert wird (z. B. die Zunahme der lumbalen Lordose, um das vermehrte Gewicht des Abdomens auszugleichen). Ähnlich unklar sind die Gründe für die Entstehung von Beckengürtelschmerzen, wobei muskuloskelettale Ursachen weit mehr angenommen werden als Störungen der Beckenorgane. Die europäischen Richtlinien empfehlen bei schwangerschaftsbezogenen Rückenschmerzen eine angemessene Aufklärung der Patientinnen, verbunden mit der Aufforderung, sich aktiv zu bewegen. Wo angezeigt, sollen individuelle Übungen angeboten werden. Ob dies wirklich hilft, ist durch Studien jedoch nur unzureichend belegt.