Peter Levin beklagt in der Zeitschrift für Osteopathie, dass sich die Beschränkung auf zwei Ordnungszustände – die osteopathische Funktion beziehungsweise die Dysfunktion – als Entwicklungshindernis für die Methode erweise. Mit nur zwei Begriffen lassen sich wesentliche physiologische Parameter nicht angemessen zuordnen und damit auch nicht verstehen.

Selbst die klinische Medizin kennt in ihrer Praxis diese für den Therapieerfolg durchaus schädliche Einschränkung: Der Patient „hat etwas“ (einen objektivierbaren Befund) oder „hat nichts“ (keinen objektivierbaren Befund), und wenn er trotzdem über Beschwerden klagt, „hat er vielleicht einen an der Waffel“ – d. h. vermeintlich psychosomatische Beschwerden, auch wenn es für diesen Rückschluss keine nachprüfbaren Belege gibt. In der traditionellen europäischen Medizin war der Blick auf die Gesamtsituation des Patienten dagegen ein selbstverständliches Muss.