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Naturheilpraxis 04/2022

Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Zink können bei Allergien hilfreich sein

Circa 30 Millionen Menschen in Deutschland leiden an allergischen Erkrankungen. Eine der häufigsten ist der Heuschnupfen (Pollinosis) (1). Allergien gehören zu den chronischen, entzündlichen Erkrankungen. Neben einem gesunden Lebensstil, der sich auch günstig auf das Darmmikrobiom auswirkt, sollten vor allem ein ausreichender Omega-3-Fettsäuren-, Vitamin-D- und Zink-Status angestrebt werden, um die Entzündung zu lindern, so Forschungsarbeiten.

Ein Beitrag von Heike Lück-Knobloch
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Eine Datenauswertung der gesetzlichen Krankenversicherungen zwischen 2010 und 2019 hat ergeben, dass immer mehr Menschen eine Pollenallergie haben. Erwachsene Stadtbewohner sind häufiger betroffen als die, die in ländlichen Gegenden leben, was für Umweltfaktoren spricht.

Während die Erkrankung im Jahr 2010 bei 4,2 Millionen Versicherten erkannt wurde, gab es 2019 gut fünf Millionen Diagnosen, eine Zunahme von ungefähr 15 %. Das heißt, dass rund 7 % aller gesetzlich Krankenversicherten eine Pollinose haben, Frauen etwas häufiger als Männer. Bei Kindern bis zehn Jahren wurde dagegen eine Abnahme von 4,1 % auf 3,0 % verzeichnet. In ländlichen Gebieten gab es mit 6,6 % Heuschnupfenfällen weniger als in kreisfreien Großstädten, in denen 7,8 % der Versicherten betroffen waren. Ursachen könnten eine höhere Luftverschmutzung in Städten und mehr Kontakt zu Mikroorganismen in ländlichen Gegenden sein (2, 3).

Allergien und SARS-CoV-2

Allergiker scheinen aber auch einen Vorteil zu haben: Offenbar infizieren sie sich seltener mit SARS-CoV-2. Allergische Erkrankungen entstehen auf der Basis einer genetischen Disposition, die dazu führt, dass allergieauslösende Substanzen gesteigerte Immunreaktionen auslösen.

Forscher um Adrian Martineau von der Queen Mary Universität in London haben die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen ermittelt, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken. Sie analysierten Daten von über 15.000 Personen in Großbritannien. Diese mussten im Mai 2020 in einem Onlinefragebogen ausführliche Angaben zu Faktoren wie Lebensumständen und gesundheitlichen Aspekten machen und wurden dann mit monatlichen Befragungen bis Februar 2021 begleitet.

Es zeigte sich, dass sich Menschen mit Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis seltener mit SARS-CoV-2 infizierten als andere. Das galt sogar für Asthmatiker, die Kortison inhalierten.

Das Ansteckungsrisiko für Patienten mit Heuschnupfen, anderen Arten von allergischem Schnupfen oder Neurodermitis war um 23 Prozent geringer als bei Nichtallergikern. Für Menschen mit allergischem Asthma war die Gefahr, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, sogar um 38 Prozent vermindert.

Da es eine Beobachtungsstudie war, können die Wissenschaftler keine Aussagen zu den Gründen treffen. Sie nehmen jedoch an, dass es daran liegen könnte, dass Allergiker weniger ACE-2-Rezeptoren haben, die als Andockstelle für SARS-CoV-2 fungieren (4, 5).

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Naturheilpraxis 04/2022

Erschienen am 01. April 2022