Gibt man in der amerikanischen Literatur-Datenbank für wissenschaftliche Publikationen „PubMed“ das Stichwort „omega 3 fatty acids“ ein, erhält man mehr als 28 000 Treffer. Jeweils knapp 100 davon befassen sich mit der Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren bei Psoriasis oder Morbus Crohn, 200 untersuchen ihre Rolle im Zusammenhang mit einer Colitis ulcerosa, über 400 beschäftigen sich mit ihrem Einfluss auf rheumatische Arthritis. Doch was können Omega-3-Fettsäuren bei Autoimmunerkrankungen leisten?

Fettsäuren-Chemie

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Bei Fettsäuren handelt es sich um Kohlenstoffketten. Ein Kohlenstoffatom reiht sich an das nächste (-C-C-C-C- …) und kann vier Verbindungen eingehen. Das erste Kettenglied ist die sogenannte Methylgruppe (CH3-). Sie wird auch als Omega-Ende bezeichnet und bindet außer dem benachbarten Kohlenstoffatom drei Wasserstoffatome. Das letzte Kohlenstoffatom in der Kette ist dagegen mit zwei Sauerstoffatomen verbunden. Dieses Ende wird als Carboxy-Gruppe (-COOH-Gruppe) bezeichnet. Zwischen diesen Enden haben bei den gesättigten Fettsäuren alle mittleren Kohlenstoffatome je eine Verbindung zum vorangehenden und zum folgenden Kohlenstoff, die übrigen Bindungsstellen werden von Wasserstoff besetzt (s. Abb. 1). Es ergibt sich daher die Summenformel CH3 – (CH2)x – COOH. Die Laurinsäure setzt sich beispielsweise aus 16 Kohlenstoffatomen zusammen, die Palmitinsäure aus 18 (1).