Während der Lebensmitte von Frauen spielt der Hormonhaushalt offenbar eine wichtige Rolle für die Prävention neurodegenerativer Erkrankungen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften. Vor allem die Abnahme des Sexualhormons Östradiol scheint die kognitive Leistungsfähigkeit negativ zu beeinflussen. Das Hormon wirkt gefäßerweiternd und antioxidativ und hilft so, die Myelinarchitektur zu erhalten, die die Nerven schützt. Das heißt: Östradiol kann das weibliche Gehirn offenbar vor strukturellen Schäden an der Grauen Substanz schützen, insbesondere beim Übergang in die Menopause. Die Studie basiert auf den Daten der LIFE-Studie, einer großen bevölkerungsbasierten Studie des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten. Aus dieser repräsentativen Erhebung haben die Forscher die Daten von Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren genauer untersucht. In dieser Untergruppe konnte ein klarer Zusammenhang von niedrigem Östradiolwert und schwächerer Gedächtnisleistung festgestellt werden. Zudem scheinen erhöhte Testosteronwerte bei Frauen nach dem Übergang in die Menopause mit einem erhöhten Depressionsrisiko einherzugehen.