Um im Akut- und Notfall alle relevanten Informationen vom Patienten zu erhalten, ist ein strukturiertes Vorgehen empfehlenswert. Dieses Schema wird Ihnen jedoch auch im ganz normalen Praxisalltag bei der Anamneseerhebung helfen.

Im vorherigen Beitrag habe ich Ihnen den cABCDE-Algorithmus vorgestellt. Lebensbedrohliche Störungen werden hier systematisch erfasst, sodass bei Bedarf unverzüglich eine lebenserhaltende Intervention erfolgen kann. Innerhalb des cABCDE diagnostizieren und behandeln wir in aller Regel kritische Probleme, weniger jedoch definierte Krankheiten, die eine präzise Diagnostik erfordern würden.

Steht nach der Abarbeitung von cABCDE (Primary Assessment) fest, dass die Vitalfunktionen im grünen Bereich sind und unser Patient die nächsten Minuten nicht in Lebensgefahr ist, benennen wir ein Leitsymptom (z. B. Dyspnoe), und schon geht’s weiter zur Anamnese, die in diesem Artikel im Mittelpunkt steht. Die Qualität unserer Arbeit hängt in der täglichen Praxis im Wesentlichen von einer guten Anamnese ab. Im Notfall entscheidet eine vollständige und zügig erhobene Notfallanamnese unter Umständen über das Leben des Patienten.