Fachforum
Naturheilpraxis 12/2022

Nosokomiale Infektionen und multiresistente Keime

Immunmodulation mit dem Schwarzen Holunder

Die Fakten zur Entwicklung, Verwendung und zum Teil fehlenden Wirkung von Antibiotika sind besorgniserregend, denn ein allzu leichtfertiger Umgang mit diesen Medikamenten hat zu einer Schieflage geführt. In Pflanzen vorkommende, antiinfektiös wirkende Bioaktivstoffe sind hier besonders interessant, denn sie zeigen gleichzeitig eine positive Wirkung auf die zelluläre und humorale Abwehrleistung des Körpers. Dies soll hier am Beispiel des Schwarzen Holunders erläutert werden.

Ein Beitrag vonProf. Dr. rer. nat. Michaela Döll
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Unter nosokomialen Infektionen sind jene zu verstehen, die in Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme entstehen. Häufig handelt es sich hier um bakteriell bedingte Erkrankungen, die sich die Betroffenen im Zuge eines Krankenhausaufenthaltes zuziehen. Infektiös bedingte Erkrankungen fordern unser Immunsystem in besonderem Maße heraus – das ist in der Medizin nicht erst seit der COVID-19-Erkrankungswelle bekannt. Neben einem angepassten Verhalten und der Einhaltung bestimmter Hygienestandards ist ein schlagkräftiges Immunsystem zur Vermeidung einer Infektion bzw. einer raschen Genesung von besonderer Bedeutung. Immundefizite können viele Ursachen haben, resultieren aber nicht selten auch aus einem übermäßigen Gebrauch an Antibiotika.

Multiresistente Keime – der Albtraum eines Klinikaufenthaltes

In Deutschland sterben, nach den Schätzungen des Robert-Koch-Institutes jährlich zu bis zu 20 000 Personen an einer Krankenhausinfektion, wobei nicht selten multiresistente Keime ursächlich mitverantwortlich sind. Weltweit sind jährlich etwa 700 000 Personen vom infektiös bedingten Tod, infolge dieser gegenüber Antibiotika unempfindlich gewordenen Bakterien betroffen. Eine weitere Ausweitung mit möglicherweise bis zu 10 Millionen weltweit betroffenen Menschen im Jahr wird bis zum Jahr 2050 befürchtet, sofern sich der Umgang mit diesen Wirkstoffen nicht ändert bzw. die Forschung mit der Neuentwicklung von Antibiotika den auftretenden Resistenzen nicht hinterherhinkt. Antibiotikaresistenzen weiten sich seit Jahren nachweislich aus und gefährden zunehmend nicht nur unser Leben und den reibungslosen Ablauf in Gesundheitseinrichtungen, sondern stellen langfristig auch für die Lebensmittelerzeugung ein großes Problem dar. Nach einer Prävalenzstudie, die vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) 2016 in Deutschland initiiert wurde, ergaben sich deutliche Hinweise darauf, dass Krankenhausinfektionen (nosokomiale Infektionen) weiterhin ein großes Problem im Gesundheitswesen darstellen, wenngleich eine leicht rückläufige Tendenz (im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2011) festzustellen war. Insgesamt nahmen an dieser Untersuchung 228 Kliniken teil. Zu den häufigsten Infektionen zählten Atemwegs- und postoperative Wundinfektionen sowie Infektionen mit Clostridium difficile und letztlich auch die Sepsis (in absteigender Häufigkeit). Die Haupterreger waren weiterhin Enterococcus faecalis, E. coli und Staphylococcus aureus. Jeder fünfte Patient erhielt zum Zeitpunkt der Erhebung in den Kliniken ein Antibiotikum. Es zeigte sich u. a. auch, dass sich z. B. die Dokumentation der Indikation für ein Antibiotikum in den letzten Jahren signifikant verschlechtert hat.

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