Männer sind von akuten Nierenkoliken zwar öfter betroffen als Frauen, doch bei Frauen treten häufiger Komplikationen wie Infektionen auf. Das geht aus einer britischen Studie hervor, für die die Daten von 82 weiblichen und 149 männlichen Patienten analysiert wurden, die wegen einer Urolithiasis-bedingten akuten Nierenkolik behandelt werden mussten. Hinsichtlich anderer Faktoren wie Alter, Diabeteserkrankungen und Größe der auslösenden Nierensteine gab es zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Dennoch zeigte sich, dass die Nierenkolik bei Frauen deutlich häufiger mit einem akuten Infektionsgeschehen bis hin zu einer Urosepsis assoziiert war: Eine Urosepsis lag bei rund der Hälfte der behandelten Frauen vor, aber nur bei 17 Prozent der Männer. Entzündungs- und Infektionsmarker bestätigten diese Erkenntnis, so lagen etwa die CRP-Werte bei den Frauen im Schnitt deutlich höher als bei den Männern (89,3 vs. 32,9 mg/l), ebenso der Anteil positiver Urinkulturen (34,1 vs. 6 %). Zudem mussten signifikant mehr Frauen als Männer intensivmedizinisch betreut werden (12,2 vs. 0,6 %).

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/2vu