Kann man mit Homöopathie töten? Diese theoretische Frage in einem Krimi durchzuspielen, reizte Autorin Irene Matt, als sie mit ihrem Mann, einem homöopathisch arbeitenden Arzt, über ein neues Buchprojekt sprach.

Irene Matt war sofort klar: „Das wäre der perfekte Mord: keine Spuren, kein Geschmack, keine Beweise! Ich habe meinen Mann sofort gelöchert, ob das denn möglich wäre, und bekam die Antwort, dass im Lehrbuch gewarnt wird, Patienten unter der Behandlung mit Aurum in hoher Potenz gut zu beobachten und von Fenstern fernzuhalten …“, erzählt die Autorin.
In ihrem Homöopathie-Krimi „Nichts drin?“ ist der Vorstandsvorsitzende einer Freiburger Bank, Dr. Markus Werner, aus dem Fenster seines Büros im Bankhochhaus gestürzt. Hauptkommissarin Alexandra Rau und ihr Assistent Isidor Rogg von der Kripo Waldshut sollen nun ermitteln, ob es sich um einen Unfall, Suizid oder Mord handelt. Die Nachforschungen ergeben, dass der Mann mit seinem aufrechten Charakter in der Chefetage aneckte und in der Vergangenheit wegen einer depressiven Episode behandelt worden war. Aber warum sollte er sich ausgerechnet jetzt das Leben nehmen, da er sich mit seiner Frau auf die Geburt des fünften Kindes freute?
Nur durch einen Zufall gelingt es Hauptkommissarin Rau, dem Täter auf die Schliche zu kommen. Doch damit ist der Fall noch nicht gelöst. Denn vor Gericht muss geklärt werden, ob die heimliche Gabe hoch dosierter homöopathischer Arznei in der Absicht zu töten auch tatsächlich als Mord verurteilt werden kann. Und damit kommt Irene Matt zum Kern einer seit Hahnemann anhaltenden Kontroverse: Wenn „nichts drin“ ist, können Globuli auch nicht töten. Oder doch? Im Gerichtssaal müssen sich die Geschworenen ein Urteil anhand der Gutachten von Gegnern und Befürwortern der Homöopathie bilden.