Einer aktuellen Cochrane-Analyse zufolge hat die vermehrte Aufnahme von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) keinen oder nur einen geringen Effekt auf die kardiovaskuläre Gesundheit und das Sterberisiko. Nur die Alpha-Linolensäure (ALA), eine Omega-3-Fettsäure pflanzlichen Ursprungs, wird mit einem leicht reduzierten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse in Verbindung gebracht. Berücksichtigt wurden die Daten von mehr als hunderttausend Studienteilnehmern aus Nordamerika, Europa, Asien und Australien. Unberücksichtigt blieb jedoch die unterschiedliche ernährungsbedingte Grundversorgung in den verschiedenen Regionen.
Experten berufen sich bei der Beurteilung des Nutzens mehrfach ungesättigter Fettsäuren daher weiterhin auf Studien mit relevanten Patientengruppen, denn Studien mit Patienten nach Herzinfarkt zeigen zum Beispiel, dass unter dem Einfluss von Omega-3-Fettsäuren die Sterblichkeit sinken kann. Verzehren Patienten etwa dreimal pro Woche 120 g Fisch, profitieren sie eher nicht von einer Gabe von Omega-3-Fettsäuren. Essen sie weniger Fisch, können sie entweder ihren Fischkonsum steigern oder auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Autorin: Sabine Ritter