Hüft- oder Kniegelenksarthrosen sind häufig sehr schmerzhaft und schränken die Lebensqualität mitunter erheblich ein. Neben lokalen statischen Faktoren spielt die durch Funktionsketten beeinflusste Homöostase der betroffenen Strukturen eine große Rolle. Mit speziellen manuellen Techniken können die betroffenen Gewebe identifiziert und ressourcenorientiert angesprochen werden.

Die Arthrose ist die weltweit am häufigsten diagnostizierte Gelenkerkrankung und hat klinisch sowie volkswirtschaftlich eine große Bedeutung. Um das 40. Lebensjahr sind bei der Hälfte der Bevölkerung Gelenksdegenerationen radiologisch erkennbar. Ab dem 65. Lebensjahr hat praktisch jeder Mensch solche Veränderungen. Allerdings werden subjektive Beschwerden lediglich von etwa einem Viertel der Erkrankten angegeben. Das Befinden stimmt oftmals wenig mit dem röntgenologischen Befund überein. Diese Tatsache macht einen erweiterten Blick auf die therapeutischen und präventiven Handlungsoptionen notwendig. Besonders häufig sind die Hüft- und Kniegelenke von radiologisch nachweisbaren Arthrosen betroffen, bei denen nicht nur die Knorpel Veränderungen aufweisen, sondern sämtliche am Gelenk beteiligte Strukturen. Dass Entzündungen der Gelenkkapsel in den subchondralen Knochen und in den periartikulären Geweben mögliche Schmerzquellen sind, liegt nahe. Da diskrete Veränderungen mit massiven Beschwerden einhergehen können, wird oft vorschnell eine psychosomatische Komponente vermutet. Viele Betroffene sprechen nur wenig oder gar nicht auf konservative, medikamentöse oder operative Verfahren an. Deshalb geht die offizielle Interpretation nach aktueller Studienlage davon aus, dass bei fast einem Drittel der Gonarthrose-Patienten deutliche Hinweise auf eine zentrale Störung der Verarbeitung von Algesien vorliegen. Dieser Rückschluss ist wissenschaftstheoretisch problematisch und widerspricht vielen Erfahrungen, gerade denen der Naturheilkunde.