Hunde können nicht nur Blinde führen oder behinderten Menschen den Haustürschlüssel aufheben, wenn er heruntergefallen ist. Hunde können darauf trainiert werden, Blutzucker-Entgleisungen und sogar bestimmte Krebsarten zu erschnüffeln. Neu sind Erkenntnisse von New Yorker Kliniken über komplementär-therapeutische Wirkung von Hunden während einer stationären und ambulanten Chemotherapie (1). Maßgeblich wirksamkeitsrelevant erweist sich dabei das „Kuschelhormon“ Oxytocin (2).

Tiertherapeutische Türöffner

Eine 32-jährige Frau mit blassem Teint betritt gebeugt das Sprechzimmer, gekleidet in ein schwarzes T-Shirt und schwarze Hosen. Ihr Mammakarzinom ist metastasiert, Vitalität und Gesprächsmotivation sind deutlich rückläufig. Nur die Sorge um ihre beiden Grundschulkinder führt sie in die komplementär-onkologische Sprechstunde. Heute wartet eine Überraschung auf sie: Königspudel Bonnie darf sie begrüßen. Er stupst die Frau mit seiner Schnauze an, die Frau beginnt zögerlich, das lockige Fell zu kraulen – und ein Lächeln huscht über ihr fahles Gesicht. Was geschieht hier? Professor Eva Bitzer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg und Dr. Rainer Wohlfahrt, Präsident der Europäischen Gesellschaft für tiergestützte Therapie ESAAT, forschen über co-therapeutisch eingesetzte Hunde (2, 3).