Für die Zufuhr von Vitamin A gelten ab sofort etwas niedrigere Werte und die neue Einheit Retinolaktivitätsäquivalent (RAE) anstelle von Retinoläquivalent (RE). Für β-Carotin wird außerdem kein separater Referenzwert mehr angegeben. Das sind die wesentlichen Neuerungen der gemeinsam überarbeiteten Referenzwerte der Ernährungsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die empfohlene Vitamin-A-Zufuhr pro Tag liegt für Frauen nun bei 700 µg RAE, für Männer bei 850 µg RAE. Grund für die etwas niedrigeren Werte ist die neue Einheit bzw. geänderte Ableitung: Bisher wurde der Referenzwert anhand des durchschnittlichen Tagesbedarfs an Vitamin A abgeleitet, die neue Ableitung legt die Aufrechterhaltung adäquater Vitamin-A-Leberspeicher als wichtigstes Kriterium zugrunde. Die neue Einheit berücksichtigt die unterschiedliche Bioverfügbarkeit und Umwandlungsraten von Vitamin-A-Verbindungen aus Lebensmitteln stärker. Das ist vor allem bei der Bewertung pflanzlicher Lebensmittel zur Vitamin-A-Versorgung entscheidend. Denn sogenanntes vorgebildetes Vitamin A ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten, während Pflanzen nur Provitamin-A-Carotinoide enthalten, die vom Körper in sehr unterschiedlichem Maße zu Vitamin A umgewandelt werden können.

Quelle

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. n.rpv.media/24b