Offenbar steckt hinter den Nebenwirkungen einer Statintherapie nur selten das Medikament selbst, sondern vielmehr der Nocebo-Effekt. Denn die Daten der SAMSON-Studie zeigen, dass 90 Prozent der statinassoziierten Nebenwirkungen auch unter einer Placebo-Behandlung auftraten. Das gilt insbesondere für Muskelschmerzen, über die gut 60 Prozent der Patienten während einer Statintherapie klagen. Im Zuge der randomisierten Studie durchliefen insgesamt 60 Teilnehmer in zufälliger Reihenfolge drei Phasen der Behandlung: Sie alle erhielten vier Monate Statine, vier Monate Placebo und vier Monate gar keine Behandlung. In den beiden Phasen mit Tabletteneinnahme wussten die Patienten nicht, ob es sich um das Statin oder um Placebo handelte. Während der Studiendauer sollten die Probanden täglich die Schwere ihrer Beschwerden über eine Smartphone-App dokumentieren. Die Skala hierfür reichte von 0 bis 100, also von gar keinen Symptomen bis zu den denkbar schlimmsten Beschwerden. Während der Statinbehandlung gaben die Teilnehmer im Mittel einen Schweregrad von 16,3 an, während der Placebobehandlung 15,4 und in der behandlungsfreien Zeit 8,0. Setzt man die Symptomschwere ins Verhältnis, traten 90 Prozent der vermeintlich statinassoziierten Nebenwirkungen auch unter Placebo auf. 

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/24c