Fachforum
Naturheilpraxis 08/2019

Naturheilkundliche Therapie bei Augenerkrankungen

„Der Weg zum Durchblick“ Teil 2

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich die Bedeutung der Augendiagnose bei Augenerkrankungen dargelegt, sowie ihre komplexen Zusammenhänge mit Organsystemen und die häufigsten Augenkrankheiten beschrieben. In diesem Teil folgen therapeutische Beispiele zur Behandlung verschiedener Augenerkrankungen, die sich in meiner Praxis bewährt haben.

Ein Beitrag von Claudia Sinclair
Lesezeit: ca. 11 Minuten
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Konjunktivitis

Die Konjunktivitis kann infektiöse (virale, bakterielle, parasitäre) oder nicht infektiöse (autoimmunologische, systemische) Ursachen haben und akut oder chronisch verlaufen. Klimatische Reize, UV-Licht, Staub, Computerarbeit und ggf. Kontaktlinsen kommen als äußere Faktoren dazu. Zur Behandlung von Konjunktivitiden haben sich die Conisan N Augentropfen (Fa. Vitorgan) als homöopathische Verdünnung sehr bewährt, außerdem die pflanzlichen Euphrasia Augentropfen (Fa. Wala) und die komplexhomöopathischen ISO-Augentropfen C (Fa. Iso). Isogutt Augentropfen als Spüllösung (Fa. Winzer) mit dem Wirkstoff Natriumhydrogenphosphat sind bei Verätzungen durch Säuren, Alkalien, Farbstoffe, Chemikalien als Spülung wichtig. Zur entzündungshemmenden Therapie verwende ich innerlich und äußerlich Pflanzen wie Kamille (innerlich), Augentrost, Ringelblume, Schöllkraut, Berberitze und Sonnenhut als Auflagen, als Tee oder als Augentropfen von Wala. Innerlich als Tee eingenommen, kann man die oben genannten Pflanzen gut mit Schöllkraut, Zichorienkraut, -wurzeln und -blüten, Kornblumenblüten und Schachtelhalm kombinieren. Auch Komplexhomöopathika wie Euphrasia S Synergon 39, Mercurius sol. N Synergon 46a (Kattwiga) bei Eiterbildung, sowie Echinacea-Komplex (Hanosan) setze ich gerne ein. Grundsätzlich gilt es, die Dosierung dem aktuellen Zustand anzupassen. Im akuten Fall bedeutet dies häufige kleine bis mittlere Gaben (5–10-mal 10–20 Tr.), im chronischen höhere Gaben (2–3-mal 20–30 Tr.) in größeren Zeitabständen. Bei chronischen Fällen und bei Therapieresistenz empfehle ich die Ableitung über die Nieren mit Natrium muriaticum Komplex 29 (Fa. Nestmann) über 3 Monate. Äußerliche Auflagen mit Eigenurin sind ebenfalls häufig wirksam. Die oft hartnäckigen Entzündungen am Lidrand (Gersten- und Hagelkörner) können mit Staphisagria-M-Komplex und Euphorbia-M-Komplex (Fa. Hanosan) bis zur vollständigen Ausheilung behandelt werden.

Keratokonjunktivitis sicca

Die Keratokonjunktivitis sicca, das trockene Auge, tritt isoliert oder als Begleiterscheinung von Allgemeinerkrankungen wie CP, Lupus erythematodes und Sjögren-Syndrom auf und kommt wegen ihres Östrogenbezugs vor allem bei erwachsenen Frauen vor. Viele Patientinnen klagen dann über Brennen und Reizungen der Augen. Im Endstadium kann die Sehfähigkeit durch Ulzeration, Vaskularisation und narbige Trübung der Cornea erheblich beeinträchtigt werden. Eine Verhornung der Bulbusvorderfläche ist ebenso möglich.

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Naturheilpraxis 08/2019

Erschienen am 01. August 2019