Schwerpunkt
Naturheilpraxis 09/2020

Naturheilkundliche Behandlungsansätze beim Reizdarmsyndrom

Es gibt einige Behandlungsmöglichkeiten, die bei Reizdarmsyndrom (RDS) infrage kommen – aber kein Patentrezept für eine Therapie. Verschiedene Ansätze aus der Naturheilkunde sind vielversprechend, die für eine erfolgreiche Therapie kombiniert werden sollten.

Ein Beitrag von Michaela Wiese
Lesezeit: ca. 10 Minuten

Als mein Mann vor fünfzehn Jahren in der Liederhalle in Stuttgart mehrere Vorträge zum Thema Darmbeschwerden hielt, fragte ich ihn: „Gibt es in Stuttgart kein anderes Kulturprogramm?“ Zu unserer Überraschung waren die Vorträge mit über 800 Menschen jeweils sehr gut besucht. Und das Interesse an Lösungen für Darmbeschwerden hat seither noch zugenommen.

Symptome und Ursachen

Unter der Diagnose Reizdarm wird in der Medizin eine Gruppe von unterschiedlichen funktionellen Darmbeschwerden zusammengefasst. Die Symptome sind so vielfältig, dass eine eindeutige Diagnose schwer zu stellen ist. Die Patienten leiden oftmals unter Durchfällen, doch auch Verstopfung kann das Leitsymptom sein. Sie klagen über Schmerzen im gesamten Bauchraum, die bis in den Rücken hineinziehen. Der Leib ist häufig gebläht und oft werden krampfartige Bauchschmerzen als Symptom angegeben. Die Beschwerden nehmen oft in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme zu, wobei die Identifikation von bestimmten Lebensmitteln, die zur Verschlechterung führen, kaum möglich ist.

Leider gibt es nicht die eine Ursache für das Beschwerdebild Reizdarm. In der Medizin wird davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren zusammenkommen und diese gemeinsam die unterschiedlichsten Beschwerden auslösen. Folgerichtig gibt es auch nicht die eine Behandlungsmethode für RDS-Patientinnen und -Patienten.

Der Leidensdruck der Patienten ist sehr groß und der Weg bis zu einer gesicherten Diagnose meist lang. Oft wird ihnen wegen der diffusen Beschwerden der Stempel „alles Psyche“ aufgedrückt, der den Patienten auch nicht weiterhilft. Damit wird ihnen nur das Gefühl vermittelt, an ihrem Zustand auch noch selbst schuld zu sein. Eine langjährige Leidensgeschichte ohne Aussicht auf Besserung belastet natürlich die Psyche und Fehlverdauungsvorgänge beim RDS wirken sich negativ auf das ZNS aus. Aber diese Faktoren sind meist die Folge und nicht die Ursache des RDS.

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