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Naturheilpraxis 11/2018

Naturheilkundliche Behandlung bei Pankreaserkrankungen

Hinter Verdauungsbeschwerden oder Bauchschmerzen kann eine Erkrankung des exokrinen Teils der Bauchspeicheldrüse stecken. Die Diagnose benötigt eine grundlegende Anamnese, eine Palpation und eine Bestimmung von Laborwerten. Die Naturheilkunde hält adäquate Mittel zu Behandlung bereit.

Ein Beitrag von Fabian Müller
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Aufbau

Das Pankreas wiegt 70 bis 90 Gramm und besteht hauptsächlich aus exokrinem Drüsengewebe, welches einen enzymhaltigen Verdauungssaft produziert, der in das Duodenum geleitet wird. Der endokrine Anteil der Bauchspeicheldrüse besteht aus den Langerhans’schen Inseln, die blutzuckerregulierende Hormone produzieren, welche direkt ins Blut abgegeben werden.

Die Bauchspeicheldrüse entwickelt sich aus dem Endoderm des Duodenums und liegt dort mit dem Pankreaskopf an. Sie 14–20 Zentimeter lang, 3–5 Zentimeter breit und 2–3 Zentimeter dick und besteht aus mehreren tausend 1–3 mm großen Läppchen, die wiederum aus mehreren hundert Drüsenendstücken (Azini) bestehen. Über zahlreiche Nexus kommunizieren diese Zellen miteinander. Die Azinuszellen produzieren enzymhaltige Granula, die an die Oberfläche abgegeben werden. Bei diesen Enzymen handelt es sich um Proteasen, Nukleasen, Lipasen und die Glykosidase α-Amylase. Außer α-Amylase und Lipase werden die Enzyme in einer inaktiven Form sezerniert, ihre Aktivierung erfolgt erst im Dünndarm.
Der erste Schritt dieser Aktivierung erfolgt durch das in der intestinalen Mukosaproduzierte Glykoprotein Enterokinase. Sie trennt mehrere Aminosäuren vom Proenzym Trypsinogen ab, dadurch entsteht das Trypsin, welches die anderen Vorstufen aktiviert. Damit die Enterokinase optimal arbeiten kann, muss im Pankreas ein bestimmter pH-Bereich vorherrschen.
Der zwei Millimeter dicke Ductus pancreaticus verläuft über die gesamte Länge des Organs und mündet in der Vater’schen Papille (Sphincter Oddi) in das Duodenum. Meist vereint sich der Ductus pancreaticus vorher mit dem Ductus choledochus. Bei 40 Prozent der Menschen besteht noch ein zweiter, kleinerer Pankreasgang (Ductus pancreaticus minor), der ungefähr zwei Zentimeter über der Vater’schen Papille in das Duodenum mündet (1).
Täglich bildet der Pankreas 1–1,5 Liter Sekret, welches zu 95 Prozent aus Wasser besteht, einen pH-Wert von ungefähr 8 aufweist und damit im basischen Bereich liegt. Das Pankreas sezerniert auch das kalziumbindende Protein PSP (Pankreasstein-Protein). Wenn es in ungenügenden Mengen produziert wird, kann es zur Ausfällung von Kalksalzen und Verkalkung des Pankreasgewebes kommen, woraus teilweise auch ein Verschluss des Gangsystems resultiert.

Steuerung der Sekretproduktion

In der interdigestiven Phase erreicht die Bikarbonatproduktion ungefähr zwei Prozent des Maximums, die Enzymproduktion ungefähr zehn Prozent des Maximums. Die Sekretionsleistung wird sowohl durch den Nervus vagus als auch hormonell gesteuert. Beim Eintritt des sauren Mageninhaltes in das Duodenum wird aus den duodenalen S-Zellen das Hormon Sekretin ausgeschüttet. Hierzu ist ein pH-Wert von unter 4,5 notwendig. In geringem Umfang stimulieren Gallensalze und Fettsäuren die Sekretinausschüttung. Durch Lipide, Proteine und Aminosäuren im Nahrungsbrei wird aus den duodenalen I-Zellen Cholezystokinin-Pankreozymin (CCK/PZ) freigesetzt.
Beide Hormone erreichen über die V. portae das Kreislaufsystem und damit das Pankreas. Das Sekretin stimuliert dort die Enzym- und Bikarbonatausschüttung, das CCK-PZ die pankreatische Enzymsekretion und die Kontraktion der Gallenblase.

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Naturheilpraxis 11/2018

Erschienen am 02. November 2018