Fachforum
Naturheilpraxis 08/2019

Nasenspray gegen Blasenentzündung

In der letzten Zeit kamen viele Patientinnen mit chronischer Blasenentzündung zu mir in die Praxis. Einige litten schon seit Jahrzehnten an Zystitis und wurden teilweise monatlich mit einem Antibiotikum behandelt. Die Rezidivrate bei Blasenentzündungen ist hoch: Jede vierte Frau, die an einer akuten Zystitis erkrankt, erleidet innerhalb von sechs Monaten ein Rezidiv, und es ist sehr schwierig, eine chronisch gewordene Zystitis zu therapieren.

Ein Beitrag von Sophie Müller-Quick
Lesezeit: ca. 7 Minuten
Ralf Geithe / shutterstock.com

Mithilfe der Autovakzinen-Therapie sind fast alle meine Patientinnen heute beschwerdefrei. Meine Freude darüber ist so groß, dass ich Ihnen meine Erfahrungen mithilfe dieses Artikels gern weitergeben möchte.

Neue Diagnostik bei rezidivierenden Harnwegsinfekten

Uropathogene Escherichia-coli-Bakterien lösen 70 bis 90 Prozent aller Infektionen in der Blase aus. Sie sind ein natürlicher Bestandteil der Darmmikrobiota. Gelangen sie über die Harnröhre in die Blase, können sie Entzündungen an der Blasenwand herbeiführen. Mit dem CystitisCheck des MVZ Instituts für Mikroökologie in Herborn gibt es neuerdings die Möglichkeit nachzuweisen, ob sich E.-coli-Bakterien frei in der Blase befinden oder ob sich diese in einen Biofilm zurückgezogen haben.

Bakterium Gardnerella vaginalis

Zusätzlich lässt sich mit dieser Urindiagnostik das Bakterium Gardnerella vaginalis in der Blase untersuchen. Warum ist der Nachweis von Gardnerella vaginalis in der Blase von Bedeutung? Das Bakterium besiedelt bei vielen Frauen die Scheide. In hoher Zellzahl löst es symptomatische bakterielle Vaginosen aus. Doch etwa 40 Prozent der vaginal asymptomatischen Frauen tragen Gardnerella vaginalis ebenfalls in sich und gehören somit zur Risikogruppe der rezidivierenden Zystitiden. Wird dieser Keim aus der Scheide entfernt, verhindert das ein regelmäßiges Aufflammen der Blasenentzündung. Gardnerella vaginalis allein würde in der Blase keine Beschwerden auslösen. Gelangt dieses Bakterium aber aus der Scheide in die Blase, was häufig nach dem Geschlechtsverkehr passiert, greift es die oberste Schicht der Blasenwand an. Zuvor in das Blasenepithel eingewanderte E. coli können dann – in zum Teil großen Mengen – freigesetzt werden (2, 3). Durch ein ungünstiges Wechselspiel zwischen E. coli und Gardnerella vaginalis flammen Infektionen somit immer wieder auf.

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Naturheilpraxis 08/2019

Erschienen am 01. August 2019